Prof. Büscher arbeitet seit rund zehn Jahren mit dem bekannten Laser-Institut SIOM in Shanghai – das einen der stärksten Laser der Welt betreibt – und dem Forschungszentrum IMP in Lanzhou zusammen. Gemeinsam wurden in diesem Kontext rund zehn wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Schwerpunkt der Kooperation sind polarisierte Teilchenstrahlen, die mit Hilfe von Laser-Plasma-Beschleunigern erzeugt werden. Diese Beschleuniger stellen eine alternative Methode dar, um zukünftig kompaktere und preisgünstigere Teilchenbeschleuniger für vielfältige Anwendungen zu bauen.
Im Rahmen seiner Vorträge erläuterte Büscher, wie mittels Plasma-Beschleunigung polarisierte Teilchenstrahlen erzeugt werden können und welche Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten sie haben. In einem vollständig polarisierten Strahl sind die Spins der beschleunigten Teilchen entlang einer Achse ausgerichtet. Bislang können solche polarisierten Strahlen nur mittels ‚konventioneller‘ Teilchenbeschleuniger erzeugt werden. Gemäß theoretischer Vorhersagen, die Büscher während seiner Zusammenarbeit mit den chinesischen Instituten entwickelte, sollte dies auch mit Plasma-Beschleunigern möglich sein. In der Folge sollen die theoretischen Grundlagen nun auch experimentell am SIOM umgesetzt werden. Erste Machbarkeitsstudien an der GSI in Darmstadt sind bereits auf dem Weg.
Prof. Dr. Markus Büscher forscht am Peter Grünberg-Institut (PGI-6) am Forschungszentrum Jülich und ist Physikprofessor an der HHU.