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Feierliche Preisverleihung
Prof. em. Dr. Shulamit Volkov mit dem Meyer-Struckmann-Preis ausgezeichnet

Prof. em. Dr. Shulamit Volkov wurde am 29. Oktober mit dem diesjährigen Meyer-Struckmann-Preis der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität ausgezeichnet. Die israelische Historikerin hat mit ihrem umfangreichen und wegweisenden Werk die Erforschung des Antisemitismus entscheidend geprägt. Der mit 20.000 Euro dotierte Meyer-Struckmann-Preis wird seit 2006 von der Philosophischen Fakultät der HHU jährlich zu wechselnden Themen vergeben. Bei der feierlichen Preisverleihung zeigten sich alle Redner entsetzt über den zunehmenden Antisemitismus, der in Deutschland und Europa wieder auf dem Vormarsch sei. Prof. Dr Ulli Seegers betonte, dass Fakultät und Meyer-Struckmann-Stiftung mit diesem weithin sichtbaren Festakt ein Zeichen setzen und den Austausch mit der Stadtgesellschaft fördern und stärken wollten.

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Dekanin Prof. Dr. Ulli Seegers, Prof. Dr. Justus Haucap, der Vorsitzende der Meyer-Struckmann-Stiftung, Preisträgerin Prof. Dr. Shulamit Volkov und Rektorin Prof. Dr. Anja Steibeck bei der Preisverleihung.

Seit den 1970er Jahren zählt Volkov zu den international einflussreichsten Stimmen der Antisemitismusforschung. Ihre Konzeption des Antisemitismus als »kultureller Code« gilt bis heute als theoretischer Meilenstein. Prof. Dr. Stefan Rohrbacher schilderte in seiner Laudatio Volkov als eine den Menschen und dem Leben zugewandte Forscherin und Lehrerin, die stets mit frischerem Blick auf Exemplarisches in der deutsch-jüdischen Geschichte geblickt habe. In zahlreichen Monographien und Aufsätzen verbindet Volkov historische Tiefenschärfe mit analytischer Originalität. Besonders hervorzuheben ist nach Einschätzung der Jury Volkovs Fähigkeit, deutsche, jüdische und europäische Geschichte miteinander zu verweben und Antisemitismus im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse, nationalistischer Ideologien und kultureller Identitätskämpfe zu analysieren. In der Begründung zur Preisverleihung heißt es: „Ihre jüngsten Arbeiten, etwa die Monografie Deutschland aus jüdischer Sicht. Eine Andere Geschichte vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart (2022, Beck Verlag), zeigen eindrucksvoll, wie jüdische Perspektiven zur kritischen Neubewertung nationaler Geschichtsschreibungen beitragen können. Ihr Werk steht für eine unermüdliche, intellektuell brillante und zugleich gesellschaftlich hoch relevante Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus.“

 

Shulamit Volkov wurde 1942 in Tel Aviv geboren und studierte Geschichte und Philosophie in Jerusalem und Berkeley. Die emeritierte Professorin für Neuere Europäische Geschichte an der Universität Tel Aviv ist Mitglied der Israelischen Akademie der Wissenschaften. Sie leitete von 1985 bis 93 das Institut für Deutsche Geschichte, war Direktorin der Schule für Geschichte an der Universität Tel Aviv und Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und am Historischen Kolleg in München, sowie Gastprofessorin an verschiedenen Universitäten in Europa und den USA. Sie veröffentlichte Bücher, Aufsätze und Essaybände zur Deutschen Sozialgeschichte, Deutsch-Jüdischen Geschichte und zum Antisemitismus sowie zu Aspekten der Aufklärung und zur Historiographie des Nationalsozialismus.

 

Die Meyer-Struckmann-Stiftung 

Die Meyer-Struckmann-Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Bereich der Kultur- und Geisteswissenschaften und verleiht jährlich die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung. Die Mittel stammen aus dem Nachlass des Stifters, Fritz Meyer-Struckmann, Bankier in Essen. Die Jury entscheidet in jedem Jahr neu über das Forschungsfeld, aus dem der Preisträger / die Preisträgerin zu bestimmen ist. 2023 verleiht die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum 17. Mal die Auszeichnung. 

 

Bisherige Preisträger: 

2006: Prof. Dr. Hartmut Böhme, Berlin; 2007: Prof. Dr. Shmuel Feiner, Israel; 2008: Prof. Dr. Harald Weinrich, München; 2009, Prof. Dr. Herfried Münkler, Berlin, 2010: Prof. Dr. Horst Bredekamp, Berlin, 2011: Prof. Dr. Jan Dirk Müller, München, 2012: Prof. Dr. Ursula Wolf, Mannheim, 2013: Sir Ian Kershaw, Sheffield, 2014: Prof. Dr. Alain Schnapp, Paris, 2015: Prof. Dr. Winfried Schulz, Erlangen-Nürnberg; 2016: Prof. Dr. Florian Coulmas, Duisburg/ Essen, 2017: Prof. Dr. Norbert Finzsch und 2018 Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger; 2019: Prof. Dr. Michael Stolleis (Frankfurt/M.), 2020: Prof. Helen Margetts (Oxford), 2021: Prof. Dr. Manfred Krifka (Berlin), 2022: Prof. Dr. Richard Münch (Bamberg), 2023: Prof. Dr. Monica Juneja (Heidelberg); 2025: Prof. Dr. Wolfgang Ernst (Berlin)

Kategorie/n: Auszeichnungen, Medizin, Schlagzeilen, Pressemeldungen