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Kunst am Campus
Der sinnende Heine

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Es ist vermutlich das bekannteste Kunstwerk am Campus: Heinrich Heine in nachdenklicher Pose vor der Universitäts- und Landesbibliothek.

Vor der Universitäts- und Landesbibliothek begegnen die Vorbeiziehenden dem Namensgeber der Heinrich-Heine-Universität: In Gedanken versunken steht der Dichter als Bronzeskulptur an diesem zentralen Ort, wo einst das Audimax und die Mensa geplant waren. Die Figur steht prominent auf einem 80 cm hohen Sockel mit der Inschrift „Heinrich-Heine 1797 – 1856, gegossen nach einem Werkstattmodell des Bildhauers Udo Lederer“.

Leger das rechte Bein über das linke gekreuzt, den Kopf auf die linke Hand gestützt, ist Heines Blick verträumt auf den Boden gerichtet, seine Körperhaltung strahlt Ruhe und Wohlbefinden aus. Der rechte Arm liegt quer vor seinem Oberkörper, in der Hand hält er ein Buch, der linke Ellbogen ist auf den Arm gestützt; der schmal und jünglingshaft anmutende Dichter trägt einen langen Frack und Schal. Die Skulptur wird von einem quadratischen Sockel getragen, der wiederum auf zwei gemauerten Ziegelsteinquadraten steht.

Hugo Lederer erhielt damals von einem Stifterkomitee um den deutschen Schriftsteller und Journalisten Alfred Kerr den Auftrag, diese Bronzefigur für die Stadt Hamburg zu schaffen. Jedoch wurde die Statue 1933 von den Nationalsozialisten abgerissen und mit unzähligen anderen Bronzegegenständen für die Rüstungsproduktion verschrottet und eingeschmolzen.

Zum Glück hatte das kleinere Werkstattmodell des Künstlers die Kriegszeiten unversehrt überstanden. Dieses wurde 1991 im Schaufenster des Düsseldorfer Sternverlages entdeckt und der Universität gestiftet. Auf Wunsch der Stifter schuf der Bildhauer Stefan Saxen gemäß Vorbild ein Gussmodell. Von der Düsseldorfer Kunstgießerei Schmäke wurde das Heine-Denkmal schließlich gegossen und am 16. Juni 1994 feierlich auf dem Universitätscampus vor dem Gebäude der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf eingeweiht.

Hintergrund

Hugo Lederer wurde am 16. November 1871 in Znaim (heute Znojmo, Tschechische Republik) geboren. Er besuchte die Fachschule für Keramik in Znaim und anschließend bis 1890 die Kunstgewerbliche Werkstätte in Erfurt. Danach begann 1895 seine künstlerische Selbständigkeit als Bildhauer mit einer Werkstatt in Berlin. 1912 wurde er an die Hochschule für Bildende Künste Berlin berufen. Bekannteste Arbeit ist das 14 Meter große Bismarck-Denkmal, welches er 1902 für die Stadt Hamburg schuf. Am 1. August 1940 starb Hugo Lederer in Berlin.

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Autor/in: Redaktion/SG
Kategorie/n: INTRANET News, Kunst am Campus