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Kunst am Campus
Tag und Nacht vereint in einem Raum

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Eindrucksvoll werden die Tageszeiten in geometrischer Abstraktion und leuchtenden Farben dargestellt.

Leuchtende Farben prägen den Konrad-Henkel-Hörsaal der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Zwei Bildgruppen des Düsseldorfer Malers Ulrich Erben aus dem Jahr 2006 sind auf der Nord- und Südseite positioniert. Sie entführen uns in den Tag und in die Nacht – wobei die Grenze dazwischen mitunter fließend ist und zum Träumen einlädt.

Zu sehen sind nebeneinander jeweils drei Hochformate mit gleich großen, geometrischen Farbfeldern, die vor schmalen, farbig kontrahierenden Farbfeldern stehen. Alle Bilder sind von einer dünnen schwarzen Leiste umfasst und haben eine Größe von 280 cm x 200 cm. An der Nordwand des Hörsaals hängt die Bildgruppe mit dem Titel Tageszeiten, an der Südwand die Nachtzeiten.

Erben ist bekannt als Meister der Farbfeldmalerei, mit welcher er das Verhältnis zwischen Farben, Fläche, Licht und Ton darzustellen versucht. So auch hier: Eindrucksvoll schafft er es, durch geometrische Farbkombinationen die Stimmungen der jeweiligen Tages- und Nachtzeiten aufzufangen. So wird die Lebendigkeit des Tages durch ein helles Grün mit einem konkurrierenden leuchtenden Rot oder ein grelles Orange vor einem tiefen Blau dargestellt. Dagegen wird die stille Nacht von warmen, dunklen Tönen dominiert – ein mattes Braun umrahmt ein tiefes Violett, ein dunkles Grün wird von einem wärmenden Braun umgeben oder ein grelles Gelb erleuchtet einen Braunton.

Schwingende Flächen

Betrachtet man die Bilder länger, geraten die Flächen in Schwingung – sie gewinnen plötzlich an Tiefe, das innere Rechteck scheint sich auszudehnen oder die Farbaußenflächen erlangen mehr Dominanz. Dabei entsteht zwischen den eng nebeneinander hängenden Bildern eine Wechselwirkung, sodass die Farben sich gegenseitig beeinflussen. Dies bewirkt, dass eine Fläche nur schwer allein wahrgenommen werden kann und sich dadurch die eigentliche Farbwirkung entfaltet. Zum Beispiel wirkt das Rot vor dem Grün viel intensiver, die leuchtenden Farben scheinen noch greller und die dunklen verfinstern sich zunehmend.

Hintergrund

Ulrich Erben, geboren 1940 in Düsseldorf, ist einer der bedeutendsten Künstler der Farbfeldmalerei in Deutschland. Bereits seit jungen Jahren pendelt er zwischen Italien und Deutschland und lässt sich von den unterschiedlichen Stimmungen und wechselnden Landschaften inspirieren, die schließlich in seine abstrakten Werke einfließen. Zwischen 1980 und 2005 hatte Erben eine Professur an der Kunstakademie Münster und ist 2005 emeritiert. Heute lebt und arbeitet der Künstler in Düsseldorf, Goch und in seiner Wahlheimat Bagnoregio (Italien).

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Autor/in: Redaktion/SG
Kategorie/n: INTRANET News, Kunst am Campus
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Die Nachtzeiten von Ulrich Erben im Konrad-Henkel-Hörsaal der HHU.