Wenn HHU-Teams eine solche Aktion machen wollen: Die Knochenmarkspenderzentrale verschickt kostenlos Typisierungssets, die aus einem Wattestäbchen und einer Einwilligungserklärung bestehen. Mit den Stäbchen wird innen an der Wangenschleimhaut entlang gestrichen. Aus dieser Probe werden im humangenetischen Labor des UKD die transplantationsrelevanten Gewebemerkmale analysiert, bevor die diese dann gemeinsam mit den persönlichen Daten bei der Knochenmarkspenderzentrale abgespeichert und pseudonymisiert in das internationale Netzwerk eingespeist werden.
Oft ist die Chance geringer, eine/n passende/n Spender/in zu finden, als den Lotto-Jackpot zu knacken. „Deshalb ist es so wichtig, dass sich möglichst viele Menschen registrieren lassen, denn für viele Kinder und Erwachsene ist eine Stammzelltransplantation die einzige Rettung“, sagt Lilian Schnellmann, administrative Leitung der KMSZ. Alle Personen in guter körperlicher Verfassung zwischen 16 und 55 Jahren können sich als potenzielle Spenderinnen und Spender registrieren.
Die Knochenmarkspenderzentrale ist regelmäßig an Schulen und in Firmen unterwegs, ebenso gab es bereits Typisierungsstände am Campus der HHU. Auch im Juli sind Typisierungsaktionen am Campus geplant, um dem erkrankten Kind der UKD-Mitarbeiterin zu helfen: etwa am 12. Juli 2024 ab 11 Uhr vor dem Hörsaal 3A. Der 15-Jährige, der leidenschaftlich gern Fußball spielt, ist innerhalb kurzer Zeit krank geworden und muss die EM nun im Bett liegend verfolgen.
Für etwa 30 Prozent der Patientinnen und Patienten findet sich in der Familie eine geeignete Person. Bei allen anderen wird in der weltweiten Datei eine Fremdspenderin bzw. ein Fremdspender gesucht – nur wer dort registriert ist, kann auch gefunden werden. Bei einer Transplantation werden die Stammzellen eines gesunden Menschen auf einen erkrankten übertragen. Voraussetzung ist, dass die Gewebemerkmale möglichst genau übereinstimmen.
Spendeverfahren ist einfacher geworden
Übrigens hat sich die Stammzellentnahme stark vereinfacht: In 90 Prozent der Fälle erfolgt sie durch eine Separation aus dem Blutkreislauf. Ambulant, ähnlich der Blutspende, was zwei bis fünf Stunden dauert. In nur noch rund zehn Prozent der Fälle wird das ursprüngliche Spendeverfahren, die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm (nicht aus dem Rückenmark!), als operativer Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt.
Typisierungssets sind auch bei der Alumni-Koordinationsstelle bei Stefanie Folke-Sabel, Tel. +49 211 81-10897, im Gebäude 16.11 erhältlich.