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Chirurgie
25.000 Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine

25.000 Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine seit Einführung dieser Technik 1959 in Düsseldorf: so verzeichnet es die Statistik des Klinikums der Heinrich-Heine-Universität am 28. Februar 1998.

25.000 Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine seit Einführung dieser Technik 1959 in Düsseldorf: so verzeichnete es die Statistik des Klinikums der Heinrich-Heine-Universität am 28. Februar 1998.

Der Blick zurück: Die Herz-Gefäßchirurgie begann nach dem Kriege in Düsseldorf 1949, als Prof. Dr. Ernst Derra, einer der großen deutschen Herzchirurgen, seine Arbeit aufnahm. Im Vordergrund standen noch sogenannte "geschlossene Herzoperationen". Später dann (1955) wurde dann am eröffneten Herzen operiert, hierbei bediente man sich einer Technik, mit der der Patient unterkühlt wurde und ein Kreislaufstillstand von bis zu 7 Minuten herbeigeführt werden konnte.

Bessere Möglichkeiten der operativen Korrektur, auch von komplizierten angeborenen Fehlbildungen oder erworbenen Herzklappenerkrankungen, bot jedoch die Methode der sg. "extrakorporalen Zirkulation" (EKZ) mit der Anwendung der Herz-Lungen-Maschine. Sie wurde am 21. Februar 1959 in der Düsseldorfer Chirurgie durch die Professoren Derra, Löhr und Zindler eingeführt, Unterstützung lieferte die Mayo-Clinic in Rochester/USA.

Die weitere technologische Entwicklung fand auch in Düsseldorf unmittelbar ihre Anwendung, etwa bei den Pumpen (Herzersatz), den Oxygenatoren (Lungenersatz) und beim Füllvolumen des extrakorporalen Systems (Blutersatz). Standen anfangs die angeborenen Herzfehler im Vordergrund, kamen seit 1961 die Herzklappenersatz-Eingriffe mit der Entwicklung mechanischer Herzklappen-Prothesen hinzu. Mit der Übernahme der Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Herzchirurgie durch Prof. Dr.Wolfgang Bircks (1970-1992) wurde das Spektrum um Revaskularisationsmaßnahmen , sg. Bypass-Operationen, erweitet. Sie machen heute zahlenmäßig mehr als zwei Drittel der Operationen am Herzen aus. Ebenfalls im Düsseldorfer OP-Programm: Aortenersatz mit Reimplantation der Koronararterien, mehrfacher Herzklappenersatz, der Einsatz von Laser im Endstadium von koronaren Herzerkrankungen und die Korrektur von Herzinfarkt-Komplikationen. Mit der Wiederbesetzung des Lehrstuhls von Prof. Bircks durch Prof. Dr. Emmeran Gams (1995) konnte auch das Herztransplantations-Programm wieder aufgenommen werden.

Die Bilanz: Insgesamt korrigierten die Düsseldorfer Chirurgen seit 1959 bei 3.605 Patienten einen angeborenen Herzfehler. In 4.798 Fällen wurde ein isolierter Herzklappen-Eingriff sowie in 1.816 Fällen ein sg. "Kombinationseingriff" vorgenommen (Doppelklappen-Ersatz, Dreifachklappen-Ersatz sowie Klappen- plus Koronar-Eingriff) . 9.993 Patienten operierten die Chirurgen, damit das Herz und seine Gefäße wieder besser durchblutet werden (Revaskularisation). Zu den restlichen Operationen zählen etwa Eingriffe bei Herztumoren, Aortenaneurysmen und auch Herztransplantationen (bislang 18 im Universitätsklinikum).

Neue Herausforderungen für das Team der Düsseldorfer Chirurgen ergeben sich mit der Implantation sg. "stützfreier Prothesen" ( biologisches Material vom Tier oder vom Menschen), durch die Fortschritte bei minimal-invasiven Herzoperationen (Mikro-Chirurgie) und neue mechanische Unterstützungssysteme für Herz und Kreislauf.

Den Themenbereichen der EKZ waren bereits zwei Workshops in Düsseldorf gewidmet (1995, 1997), ein dritter ist für den 5. November in Vorbereitung.

Autor/in: Hagen-Dietrich Schulte / Rolf Willhardt
Kategorie/n: Pressemeldungen