1997 stellte die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (GFFU) fast 4,3 Millionen DM für die Unterstützung von Forschung und Lehre zur Verfügung. Das teilte Rektor Prof. Dr. Gert Kaiser in Vertretung des verhinderten Präsident der Gesellschaft, Dr.h.c. Rolf Schwarz-Schütte, auf der Jahresversammlung am 19. November im Industrie-Club mit.
Die Gelder seien aus den Vermögensträgern der GFFU und der von ihr verwalteten Stiftungen (Ende 1997 zehn Stiftungen, inzwischen dreizehn), aus Spenden sowie aus Beiträgen der 419 persönlichen und institutionellen Mitglieder geflossen.
Die bewilligten Mittel hätten vor allem der Finanzierung von Gastvorlesungen, der Anschaffung dringend benötigter Geräte und Materialien, der Publikation wissenschaftlicher Literatur, der Veranstaltung von Symposien und Kongressen sowie de, Studentenaustausch gedient. Darunter habe sich auch eine Reihe von Projekten befunden, die im Zusammenhang mit dem Heine-Jahr 1997 gestanden hätten.
Besonderen Wert - so Rektor Kaiser - lege man darauf, die Fördertätigkeit der GFFU so unbürokratisch wie möglich zu erbringen. Der Verwaltungsaufwand - verglichen mit den Gesamtaufwendungen - mache nur ca. 3 Prozent aus. Das sei weit weniger, als es bei den meisten gemeinnützigen Institutionen üblich sei.
Die sparsame und sorgfältige treuhänderische Verwaltung der ihr anvertrauten Mittel führe dazu, daß der GFFU immer neue Stiftungen zur Verwaltung übertragen würden.
1997 seien dies die mit inzwischen 1,7 Mio. DM ausgestattete "Stiftung Wirtschaftswissenschaft Düsseldorf" und die "Dr.-Günther-Wille-Stiftung" gewesen.
Die "Stiftung Wirtschaftswissenschaft Düsseldorf" sei auf Initiative des seinerzeitigen Dekans der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Winfried Hamel, zustande gekommen. Sie habe es ermöglicht, daß im Wintersemester 1998/99 endlich ein Lehrstuhl für Unternehmensprüfung und -besteuerung eingerichtet werden konnte. Die "Dr.-Günther-Wille-Stiftung" habe sich demgegenüber die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Heinrich-Heine-Universität zum Ziel gesetzt.
Die drei 1998 neu hinzugekommenen Stiftungen seien die "Gründerstiftung zur Förderung von Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf", die "Schloß-Mickeln-Stiftung" und die "Stiftung Ostasien-Institut".
Die "Gründerstiftung" wurde von ihren Stiftern mit einem Kapital ausgestattet, das ganz überwiegend aus Aktion des international renommierten Biotechnologieunternehmens Qiagen besteht.
Mit Hilfe der "Schloß-Mickeln-Stiftung" konnte jetzt endlich der Plan verwirklicht werden, Schloß Mickeln zu einer wissenschaftlichen Bildungs- und Begegnungsstätte der Heinrich-Heine-Universität zu machen. Zum Kapital dieser Stiftung, das 1,1 Mio. DM beträgt, hat die GFFU selbst mit 400.00 DM beigetragen.
Die "Stiftung Ostasien-Institut", die - wie der Name besagt - das Ostasien-Institut an der Heinrich-Heine-Universität fördern soll, beginnt mit einem Startkapital von 700.000 DM. Die GFFU ist zur Zeit bemüht, durch eine Spendenaktion weitere Mittel für diesen Zweck zu sammeln. Nach Auskunft von Rektor Kaiser nähert sich das von der GFFU verwaltete Vermögen derzeit der 40 Mio. Grenze. Mit den daraus fließenden Einnahmen könne erfreulich viel Nützliches bewirkt werden. Oftmals reichten schon relativ kleine Beiträge, Lücken zu stopfen, die ansonsten die Realisierung wichtiger wissenschaftlicher Vorhaben verhindern würden. Diese Hilfsfunktion werde in Zukunft angesichts der Misere der öffentlichen Haushalte noch bedeutsamer werden.
Im Rahmen der Jahresveranstaltung der GFFU wurden auch zwei wissenschaftliche Preise verliehen. Den mit 20.000 DM ausgestatteten "Preis der Gesellschaft von Freunden und Förderern" erhielt Prof. Dr. phil. Christa Buschendorf für ihre Habilitationsschrift "The High Priest of Pessimism: Zur Rezeption Schopenhauers in den Vereinigten Staaten". Die Preisträgerin übernahm nach ihrer Habilitation einen Lehrstuhl für Amerikanistik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Der mit 10.000 DM dotierte Forschungspreis der "Dr.-Günther-Wille-Stiftung" wurde Prof. Dr. med. Peter E. Goretzki für seine Arbeit "3-Zell-Linien eines humanen follikulären Schilddrüsenkarzinoms" zuerkannt. Prof. Goretzki ist zur Zeit Stellvertreter des Direktors der Chirurgischen Klinik A der Heinrich-Heine-Universität.
Großes Interesse fand der Festvortrag von Prof. Dr. Rudi Keller (Germanistische Linguistik), der sich kritisch mit der Sprache in Geschäftsberichten von Unternehmen auseinandersetzte. Keller, der zusammen mit Mitarbeitern einen Kriterienkatalog zur Bewertung von Geschäftsberichten entwickelt hat, brachte das Thema wie folgt auf den Punkt: "Wie glaubt ein Unternehmen sich in einem Geschäftsbericht als schlank, innovativ und zukunftsorientiert darstellen zu können, wenn es die Sprache des Einwohnermeldeamtes schreibt!"
In der vorangegangenen Mitgliederversammlung wurde Dr. Joachim Funk, Vorsitzender des Vorstandes der Mannesmann AG, zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden der GFFU gewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Gerhard Roggemann, Mitglied des Vorstandes der Westdeutschen Landesbank.
Freundesgesellschaft 4,3 Mio. DM für die Universität
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