Zum Inhalt springen Zur Suche springen

'Vater der deutschen Umweltmedizin':
Altrektor Prof. Schlipköter zum 75.

Altrektor em. Prof. Prof. h.c. Dr. med. Hans-Werner Schlipköter, ehmaliger Direktor des Medizinischen Instituts für Umwelthygiene (MIU) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlaß findet ein wissenschaftliches Ehrenkolloquium zum Thema "Umwelthygieneforschung in Düsseldorf am MIU - ein nationaler und internationaler Wegweiser" statt. Im Rahmen der Festveranstaltung wird auch der Leo-Brandt-Preis 1999 verliehen.

Pressebild Altrektor em. Prof. Prof. h.c. Dr. med. Hans-Werner Schlipköter, ehmaliger Direktor des Medizinischen Instituts für Umwelthygiene (MIU) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlaß findet ein wissenschaftliches Ehrenkolloquium zum Thema "Umwelthygieneforschung in Düsseldorf am MIU - ein nationaler und internationaler Wegweiser" statt. Im Rahmen der Festveranstaltung wird auch der Leo-Brandt-Preis 1999 verliehen.

Prof. Schlipköter wurde 1924 auf der Insel Nias im damaligen Niederländisch-Indien geboren. Er studierte Medizin an den Universitäten Straßburg, Tübingen und der Medizinischen Akademie Düsseldorf, wo er mit einer Dissertation über "Rückenmarkstumore beim Kind" promoviert wurde. Ab 1951 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Medizinischen Akademie.

Leiter war Prof. Walter Kikuth, der dem jungen Mediziner riet, sich Fragen der Silikoseentstehung, ihrer Vorbeugung und Behandlung zuzuwenden. Nachdem sich Hans-Werner Schlipköter 1955 mit einer Arbeit über Gewebestäube zum Dozenten für Hygiene und Mikrobiologie habilitiert hatte, wurde ihm die Leitung des Instituts für Experimentelle Silikoseforschung in Bochum-Hordel übertragen.

1962 übernahm er das Direktoren-Amt im neugegründeten Institut für Lufthygiene und Silikoseforschung. Er leistete fortan Pionierarbeit. Als Medizinisches Institut für Umwelthygiene sollte die neue und einzigartige Einrichtung in den folgenden Jahrzehnten bald Weltgeltung bekommen. Prof. Schlipköter, der als "Vater der deutschen Umweltmedizin" gilt, leitete die Forschungsstätte bis 1995.

Aber auch in der akademischen Selbstverwaltung der Universität war er engagiert tätig, 1974 als Dekan, 1975 als Prodekan der Medizinischen Fakultät. Von 1978 bis 1980 leitete er als Rektor die Geschicke der Universität, 1980 bis 1989 war er Prorektor für Finanzen.

Prof. Schlipköter ist Träger zahlreicher in- und ausländischer Auszeichnungen, so des Robert-Koch-Preises, der Johannes-Weyer-Medaille der NRW-Ärzteschaft, des Großen Bundesverdienstkreuzes, des Verdienstordens des Landes NRW, des Titels "Ehrenprofessor" der Universität Peking und der Goldenen Ehrenmedaille der Heinrich-Heine-Universität.

Da die Ausbildung und Förderung begabter junger Wissenschaftler Prof. Schlipköter stets besonders am Herzen lag, wird im Rahmen der Veranstaltung der mit insgesamt 10.000 DM dotierte Leo-Brandt-Preis 1999 an Dr. Peter Griem und Dr. Christoph Vogel verliehen.

Pressebild V.l.n.r.: Dr. Peter Griem, Dr. Christoph Vogel und Prof. Dr. Hans-Werner Schlipköter.
Foto: Manfred Gelpke

Dr. Peter Griem (geb. 1964), der von 1994 bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Immunologie und Allergologie des MIU war, wird für seine Forschungen über die Auslösung unerwünschter Immunreaktionen durch Goldverbindungen und andere Metallionen ausgezeichnet, da er mit dieser Arbeit grundlegende Erkenntnisse über die Mechanismen der Entstehung von Allergien durch Metallverbindungen geliefert hat. Dr. Griem arbeitet seit Januar in einem Freiburger Unternehmen.

Dr. Christoph Vogel (geb. 1959), der seit 1994 als wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Experimentelle Toxikologie des MIU beschäftigt ist, wird für seine Arbeit über die Wirkungsmechanismen von Dioxinen ausgezeichnet, in der er neue Erkenntnisse aus der molekularbiologischen Grundlagenforschung in die praktische Anwendung zur Risikobewertung umgesetzt hat. Beide Preisträger sind aus dem Graduiertenkolleg "Toxikologie und Umwelthygiene" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hervorgegangen und haben im März 1999 die Prüfung zum Fachtoxikologen der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie abgelegt.

Autor/in: Rolf Willhardt / Katharina Beyen
Kategorie/n: Pressemeldungen