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Ideenwettbewerb 2024
Ausgezeichnete Gründungsideen

Studierende und Forschende der HHU haben erstaunliche Einfälle und wollen sie umsetzen. Das zeigte der diesjährige Ideenwettbewerb des Center for Entrepreneurship Düsseldorf (CEDUS) aufs Neue. Beim großen Finale am 11. Juli setzten sich durch: Eine KI-gestützte Schablone zur Verbesserung der Dialysebehandlung, ein Verfahren zur effizienteren Lebensmitteleinfrierung mit Ice Nucleation Proteins, die Nutzung von Hühnerfederkeratin als nachhaltiger Dünger, eine digitale Pathologieplattform zur schnelleren Tumordiagnose, ein KI-Framework zur Klassifizierung von Zooplankton sowie eine digitale Gesundheitsanwendung zur Behandlung somatoformer Störungen.

11. Juli auf dem CEDUS Coworking Camp: Gruppenbild mit den erfogreichen Gründerteams des 13. Ideenwettbewerbs (alle Fotos: Felix Zoberst / paint the town studios / CEDUS)

Bereits zum dreizehnten Mal organisierte das Center for Entrepreneurship (CEDUS) den HHU Ideenwettbewerb. Über 100 Gründungsideen aus den zwei Kategorien ‚Studium und Forschung‘ bewertete die Fachjury nach Machbarkeit, Innovationsgrad und Erfolgspotenzial.

Die Prämierungsfeier fand am 11. Juli am CEDUS Coworking Camp statt. Dabei pitchten die sechs nominierten Teams der Studierende und der Forschenden live unter freiem Himmel vor großem Publikum um Preise im Gesamtwert von 4.200 Euro.

Das Heine-Center for Sustainable Development (HCSD) vergab zum zweiten Mal den Sonderpreis Nachhaltigkeit. Er „soll dazu anregen, Forschungs- und Gründungsideen mit den Fragen der nachhaltigen Entwicklung zu verbinden“, so Geschäftsführerin Claudia Bethge. Ausgezeichnet wurde das Team von SnowSeed für sein innovatives Konzept zum Einfrieren von Lebensmitteln.

Jeweils live auf jeder Prämierungsfeier entscheidet das Publikum über die beste Idee: Die meisten Stimmen erhielt HORUS, ein Projekt zur Digitalisierung in der Pathologie.

Die diesjährig prämierten Startup-Ideen in der Kategorie Studierende:

Der mit 1.000 Euro dotierte 1. Platz ging an „Dialyseschablonen“, der 2. Platz mit 600 Euro an „SnowSeed“ und Platz 3 mit 300 Euro an „Refeather“. Die Gelder können zweckgebunden für gründungs- und projektbezogene Ausgaben verwendet werden.

Platz 1: Dialyseschablone
Mittels KI und 3D-Drucktechnik soll eine individuelle Schablone für die Buttonhole-Technik bei Dialysepatienten hergestellt werden. Diese Schablone gewährleistet, dass die Nadeln immer exakt an derselben Stelle und im richtigen Winkel eingeführt werden. Dies fördert die Bildung eines stabilen Stichkanals, minimiert das Risiko von Komplikationen wie Shunterneuerungen und reduziert die Schmerzen der Erkrankten.

Platz 2: SnowSeed
Diese Idee befasst sich mit den Nachteilen des Einfrierens von Lebensmitteln, wie dem hohen Energieaufwand, Logistikproblemen durch die Kühlkette und Schäden durch Eiskristalle in Lebensmitteln. Das Team möchte Ice Nucleation Proteins (INPs) verwenden, die bereits bei höheren Temperaturen zur Eisbildung führen. Die INPs sollen extrahiert, zu Pulver verarbeitet und den Lebensmitteln beigemischt werden.

Das Team erhielt zusätzlich den Preis des Heine-Center for Sustainable Development für die nachhaltigste Idee und damit die Teilnahme an der Utopie-Konferenz auf dem Campus der Leuphana Universität (inkl. Bahnfahrt und Übernachtung) für zwei Personen.

Platz 3: Refeather
Dieses Forschungsprojekt untersucht die Anwendung von hydrolysiertem Hühnerfederkeratin als nachhaltigen Dünger für die landwirtschaftliche Produktion. Hühnerfedern, die zu 92% aus Keratin bestehen, sind reich an Polypeptiden, Schwefel und Stickstoff und somit ein vielversprechender Kandidat für die Düngung von Feldern. Der Hydrolyseprozess bricht die Disulfidbrücken auf, sodass das Keratin von den Pflanzen effizienter aufgenommen werden kann.

Die diesjährig prämierten Startup-Ideen in der Kategorie Forschende:

Den 1. Platz und 1.000 Euro Preisgeld sicherte sich „HORUS“, Platz 2 mit 600 Euro ging an „DeepLOKI“ und Platz 3 mit 300 Euro erhielt „kaarlo“.

Platz 1: HORUS
HORUS unterstützt die Digitalisierung in der Pathologie. Tumorgewebe soll als 3D-Modell aus einer hochaufgelösten gescannten Probe dargestellt werden. Virtuelle Antikörper können dabei an- und abwählbar gemacht werden. HORUS ist die Analysesoftware, mit der Pathologen und Pathologinnen die Proben schneller und präziser beurteilen können. Laut Gründungsteam könnte über die verschiedenen virtuellen Antikörper auch die Tumorart festgestellt werden, wodurch Ärzte und Ärztinnen schneller und fundierter über eine sinnvolle Behandlung entscheiden können.

HORUS räumte ebenfalls den Publikumspreis ab und darf sich zusätzlich über einen Präsentkorb freuen.

Platz 2: DeepLOKI
DeepLOKI ist ein KI-basiertes Framework, das mit Hilfe von Deep Transfer Learning und einem Convolution Neural Network Backbone Zooplankton in großen Mengen von Einzelbildern aus beispielsweise einer Arktisexpedition klassifizieren kann. LOKI steht für Lightframe On-Sight Keyspecies Investigation. Die Lösung ist laut Gründungsteam schneller als bisherige Software-Alternativen, präziser in der Taxierung und läuft an abgelegenen Orten ohne Internetzugang auf handelsüblichen MacBooks.

Platz 3: kaarlo
„kaarlo“ wird eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die das Krankheitsbild der funktionellen Körperbeschwerden (somatoforme Störungen) ganzheitlich behandelt. Mit einem Playful Learning System motiviert das Gründungsteam aktiv zur Therapie und erhöht so den Therapieerfolg. In der App auf Rezept können Patienten und Patientinnen mit funktionellen Körperbeschwerden selbstständig, zu jeder Zeit und an jedem Ort, ohne Unterstützung eines Psychotherapeuten, eine kognitive Verhaltenstherapie durchführen und die Belastung durch ihre Beschwerden reduzieren. Dadurch entgehen sie den langen Wartezeiten auf Psychotherapieplätze und bekommen einen stigmatisierungsfreien Einstieg in die Psychotherapie. Zudem vermeidet kaarlo weitere Arzttermine, da ihre Beschwerden ernst genommen werden.

 

HHU Ideenwettbewerb
Mit dem HHU Ideenwettbewerb wird an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Aufmerksamkeit für die beruflichen Optionen Selbstständigkeit und Unternehmensgründung geschaffen und neugierig auf spannende Alternativen zur typischen Arbeitsbiographie gemacht. Der Wettbewerb unterstützt das Ziel, eine kreative Gründungskultur zu etablieren und unternehmerisches Denken und Handeln aller an der HHU frühzeitig zu wecken und zu unterstützen.

Organisiert wird der HHU Ideenwettbewerb jährlich von dem Center for Entrepreneurship Düsseldorf (CEDUS), das alle Maßnahmen der HHU zur Gründungsförderung bündelt. Ob in der Sprechstunde, in einer klassischen Gründungsberatung oder auf einer der zahlreichen Veranstaltungen: Das CEDUS ist der zentrale Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Themen Selbstständigkeit und Unternehmensgründung.

Informationen zum Ideenwettbewerb

Autor/in: Carolin Grape
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Alumni-News

Platz 1 unter den Studierenden: Daniel Ahmed Kokab mit der Dialyseschablone.

Das Studierenden-Team von SnowSeed (v.l. Andre Potthoff, Florian Tschuschke, Elisaveta Lobkis) erreichte nicht nur Platz 2 sondern sicherte sich auch den HCSD-Preis für die nachhaltigste Idee.

Platz 1 unter den Forschendenteams sowie der Publikumspreis für HORUS (v.l. Maximilian Seidl, Verena Stehl, Andre Stuhlsatz).