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Philosophische Fakultät
Auszeichnung für Düsseldorfer Kunsthistorikerinnen

Am 13. November 2024 fand im Haus der Universität die Förderpreisverleihung des Kreises der Freunde des Instituts für Kunstgeschichte statt. Ausgezeichnet wurden Katrin Rollmann für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Künstliche Intelligenz als Phantasma“ und Nina-Marie Schüchter für ihre Dissertation zum Thema „Wunderkammern. Künstlerische Praktiken des Sammelns, Ordnens und Zeigens in der Gegenwartskunst“. Die Masterarbeit wurde von Prof. Dr. Timo Skrandies und M. Ed. Stefan Reiners-Selbach betreut, die Dissertation von Prof. Dr. Timo Skrandies und Prof. Dr. Jürgen Wiener.

Foto: v. l. r.: Arnulf Fleischer, Sonja Irouschek, Christine Laturnus, Sandra Abend, Nina-Marie Schüchter, Katrin Rollmann, Timo Skrandies, Foto: privat

Vorstellungen von „Künstlicher Intelligenz“ (KI) sind häufig von Fantasien und Spekulationen geprägt, die zwischen Faszination und Bedrohung schwanken. Mythologische Erzählungen und Science-Fiction Narrative vermischen sich mit berechtigten Befürchtungen und technologischen Voraussetzungen, sodass sich ‚KI‘ als Phantasma beschreiben lässt, in dem sich verschiedenste menschliche Ängste und Sehnsüchte spiegeln. Vor diesem Hintergrund untersucht Katrin Rollmann in ihrer Masterarbeit wie Künstlerinnen und Künstler die Ambivalenz von ‚KI‘ beleuchten. Darin analysiert sie sowohl künstlerische Strategien, die KI-Phantasmen heraufbeschwören und sichtbar machen, als auch solche, die darauf abzielen, diese Narrative zu hinterfragen und zu dekonstruieren. Ihre Arbeit zeigt, dass diese Positionen eine wichtige Rolle dabei spielen können, über unbewusste, gesellschaftliche Phantasmen im Zusammenhang mit KI zu sprechen und so Raum für neue, widerständige und konstruktive Perspektiven zu schaffen.

Die Dissertation von Nina-Marie Schüchter befragt das Phänomen der frühneuzeitlichen Wunderkammer nach seiner zeitgenössischen Ästhetik und Funktion: Welche Bedeutung haben Wunderkammern heute? Und wie können sie zum Verständnis der Gegenwart beitragen? Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass in zeitgenössischer künstlerischer Praxis für die Beschreibung des Anthropozäns ein kulturelles und interdisziplinäres Wissen aktualisiert wird, das sich bereits in historischen Wunderkammern materialisiert. Schüchter veranschaulicht dies anhand der – auf historische Wunderkammern rekurrierenden – Praktiken des Sammelns, Ordnens und Zeigens. Sie diskutiert diese Praktiken interdisziplinär und etabliert für die sich daraus ableitende künstlerische Praxis den Verb-Neologismus „wunderkammern“. Damit wird ein künstlerisches Wissen zur kritischen Reflexion der Gegenwart modellhaft sowie konzeptuell nachvollziehbar gemacht und ein Beitrag zur visuellen Aufklärung unserer Zeit geleistet

Autor/in: Redaktion
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen