ABBI (Advanced Breast Biopsy Instrumentation) macht es möglich, daß verdächtige Mammographiebefunde ohne tastbares Korrelat zielsicher und schonend entfernt werden können.
"ABBI bietet viele weitere Vorteile: Keine Vollnarkose, der ambulante Eingriff dauert nur ca. zwei Stunden und eine Narbe ist kaum sichtbar", sagt Prof. Dr. Dierk S. Mosny, Oberarzt der Frauenklinik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zudem sei die Gewebeentnahme deutlich geringer als bei bisherigen Brustoperationen, da das verdächtige Gewebe sehr präzise lokalisiert werden kann. ABBI ermögliche Entnahmen mit einem Durchmesser zwischen fünf und 20 Milimetern. Bislang konnten nur winzig kleine Proben mit einer Größe bis zu zwei Millimetern ambulant entnommen werden. Jetzt ist es möglich, Proben bis zu einer Größe von 20 Millimetern ohne Vollnarkose zu entfernen.
Zum Procedere: Die Patientin kommt mit der Diagnose des unklaren Mammographiebefundes in die Universitäts-Frauenklinik, wo zunächst in einem Vorgespräch die neue Operations-Methode erklärt wird und in einer ersten Röntgenaufnahme mittels ABBI überprüft wird, wo sich in der Brust das veränderte Gewebe befindet. Dazu legt sich die Patientin bäuchlings auf den Spezial-Operationstisch und die betroffene Brust hängt durch eine Öffnung in der Liegefläche nach unten durch. Unterhalb des OP-Tisches befindet sich ein Mammographiegerät, mit dem Bilder aus verschiedenen Richtungen gemacht werden können (Stereo-Röntgenbilder). Mittels einer Computerberechnung kann die veränderte Gewebestruktur mit einer Genauigkeit von unter einem Millimeter geortet werden.
Während der Röntgendarstellung und der sich sofort anschließenden Operation bleibt die Brust in einer speziellen Halterung fixiert, so daß das zylindrische Messer genau an das zu entnehmende Gewebe herangeführt wird. Die eigentliche Operation dauert eine halbe Stunde, mit Vor- und Nachbereitung ist die Patientin zwei Stunden in der Klinik.
Seit April 1997 wurden bislang 23 Operationen an ABBI durchgeführt. "Nach der offiziellen Vorstellung von ABBI werden wir uns kaum retten können vor lauter Anfragen", vermutet Prof. Dr. Mosny. "Denn bei der Früherkennung eines drohenden Mammakarzinoms ist ABBI eine große Hilfe".
Neue Wege bei der Brustoperation: Als erste deutsche Frauenklinik verfügt die Frauenklinik an der Heinrich-Heine-Universität über ein automatisches Brustbiopsiegerät, auch ABBI (Advanced Breast Biopsy Instrumentation) genannt.
Bis zu vier Operationen seien pro Tag möglich, so Mosny. Die Kosten pro OP: rund 2.000 DM. ABBI selbst hat rund eine halbe Million DM gekostet. Die Anschaffung dieses Gerätes wurde durch die großzügige Unterstützung folgender Vereine und Institutionen ermöglicht: - Tumorzentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - Heinz-Ansmann-Stiftung - Gesellschaft zur Bekämpfung von Krebskrankheiten in NRW e.V. (GBK)
Erstmals in deutscher Frauenklinik Automatisches Brustbiopsiegerät
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