Immer noch sind Opferzeugen in Deutschland nach der Tat bis zu ihrer Aussage vor Gericht meist auf sich alleine gestellt. Nötige Betreuung gibt es selten. Die psychische Belastung durch die unbekannte Situation, die Aussagen und die Erinnerungen an die Tat, schließlich die Konfrontation mit dem Angeklagten: dies alles birgt die Gefahr einer Traumatisierung.
In Düsseldorf wurde vor einigen Monaten eine Betreuungsstelle für Zeugen am Landgericht und am Amtsgericht eingerichtet. Zwei Sozialpädagoginnen kümmern sich hier um die Opfer, die im Prozeß aussagen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wird die Zeugenbetreuung wissenschaftlich begleitet.
Am 13. und 14. November findet nun in der Heinrich-Heine-Universität eine gemeinsame Tagung der Psychiatrischen Klinik der Universität und des Landgerichts Düsseldorf zum Thema "Psychosoziale Betreuung von Opferzeugen" statt. Organisatoren der Veranstaltung für Juristen, Mediziner, Psychologen, Sozialwissenschaftlern, Polizisten und Betreuern von Zeugen sind Prof. Dr. Dr. Frank Schneider (Psychiatrische Klinik, Leiter des Forschungsprojektes) und Gustav Marten (Präsident des Landgerichts). Die Tagung wird vom Ministerium für Inneres und Justiz NRW unterstützt.
Mehr Informationen im Internet: http://www.uni-duesseldorf.de/HHU/Sonstiges/PsySoz/Programm.html
Tagung in Düsseldorf 'Betreuung von Opferzeugen'
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