Die Gene blutbildender Zellen verändern - aber wie? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Düsseldorfer Kinderärztin Dr. Dagmar Dilloo (Kinderkrebsklinik der Heinrich-Heine-Universität). Für das Forschungsprojekt ("Optimierung des Gentransfers in blutbildenden Stammzellen durch transiente Expression retroviraler Rezeptorproteine"), das sie mit dem Essener Internisten Dr. Thomas Moritz durchführt, erhielt das Team am 22. April 1998 den mit 100.000 DM dotierten Bennigsen-Foerder-Preis für Nachwuchswissenschaftler in NRW. Ziel ist eine Gentherapie mit blutbildenden Zellen, die auch bei Krebserkrankungen neue Möglichkeiten eröffnet.
Dagmar Dilloo, geboren 1962 in Düsseldorf, absolvierte von 1981 bis 1988 an der Universität Marburg sowie am Middlesex Hospital und an den University College Medical Schools London ihre medizinische Ausbildung. 1989 promovierte sie in Marburg. Zwischen 1988 und 1997 erfolgte ihre Ausbildung als Kinderärztin an der Universitätsklinik Düsseldorf, wo sie derzeit - an der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie - wissenschaftliche Mitarbeiterin ist. Auslandsaufenthalte führten sie, die auch privat passionierte Weltreisende ist, als Mitglied des Komitees "Ärzte für die Dritte Welt" nach Indien und auf die Philippinen; von 1994 bis 1996 nahm sie einen Forschungsaufenthalt an der Abteilung für Zell- und Gentherapie St. Jude Children'' Hospital in Memphis, USA, wahr. Dr. Dagmar Dilloo, die Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes war und den Förderpreis der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (1993) sowie ein Ausbildungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1994/95) erhielt, kann bereits eine beachtliche Liste mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen vorweisen.
Ebenfalls mit dem Preis ausgezeichnet wurde Dr. Jochen Seißler (Diabetes-Forschungsinstitut an der Heinrich-Heine-Universität). Der Düsseldorfer Internist, der Impfmöglichkeiten bei Zuckerkrankheiten erforscht, bekommt für sein Projekt 79.000 DM ("Vakzinierung mit cDNA - Ein neuer Ansatz zur Prävention des Typ 1 Diabetes").
Dr. Seißler hat seine wissenschaftliche Tätigkeit in den Dienst des Kampfes gegen die Zuckerkrankheit gestellt. Bereits seine Doktorarbeit, mit der der 27jährige 1988 "summa cum laude" an der Universität seiner Heimatstadt Ulm promovierte, hatte sich dem Nachweis von Antikörpern gegen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gewidmet. Dr. Seißler, der seine klinische Ausbildung an den Kliniken der Universitäten Ulm und Leipzig absolvierte, 1996 seine Approbation als Facharzt für Innere Medizin erwarb und seit dem vergangenen Jahr als Oberarzt am Diabetes-Forschungsinstitut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf arbeitet, hat eine Vielzahl einschlägiger Veröffentlichung vorzuweisen. Für seine Projekte wurde er verschiedentlich von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
"Spannend und faszinierend" findet Dr. Seißler sein Arbeitsgebiet, - einschließlich der Fernperspektive, die Menschen einmal gegen Diabetes impfen und damit die Krankheit endgültig besiegen zu können. Um diesem Ziel näher zu kommen, steht der Düsseldorfer Preisträger täglich zwölf Stunden im Labor. Für seine außerberuflichen Lieblingsbeschäftigungen - Radfahren und Squash - bleibt da nicht mehr viel Zeit.
Bennigsen-Foerder-Preis 1998 Düsseldorfer Kinderärztin und Diabetesforscher ausgezeichnet
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