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Fische im Weltraum
Düsseldorfer Wissenschaftler erforscht das Immunsystem von Fischen

Wenn der Space-Shuttle "STS-89" am 22. Januar 1998 aus Florida in den Weltraum startet, ist auch das Forschungsprojekt eines Düsseldorfer Wissenschaftlers mit an Bord: ein Mini-Öko-System, in dem neben Wasserpflanzen und Schnecken auch drei Fische leben.

Wenn der Space-Shuttle "STS-89" am 22. Januar 1998 aus Florida in den Weltraum startet, ist auch das Forschungsprojekt eines Düsseldorfer Wissenschaftlers mit an Bord: ein Mini-Öko-System, in dem neben Wasserpflanzen und Schnecken auch drei Fische leben. Aquarienliebhaber kennen die Art als "Schwertträger" (Xiphophorus helleri), für Dr. Roland Goerlich (45) sind sie jedoch mehr als nur ein schöner Anblick hinter Glas. Seit 1994 arbeitet er an einem Projekt, bei dem das Abwehrsystem und das Blutbild von Fischen unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit erforscht wird. Ideales Versuchstier: der "Schwertträger".

Dr. Roland Goerlich, Privatdozent und Mitarbeiter des Instituts für Haemostaseologie und Transfusionsmedizin (Klinikdirektor Prof. Dr. Rüdiger Scharf), kam im Herbst vorigen Jahres an die Heinrich-Heine-Universität. "Hier fand ich am Institut gute Forschungsbedingungen." Immunologe Goerlich interessiert vor allem die Blutbildung der Fische, "das Immunsystem von höher entwickelten Wirbeltieren und Menschen unter Weltraumbedingungen ist schon mehrfach untersucht worden, - das von Fischen noch nie! Fische standen am Anfang des Immunsystems, der Fisch ist unsere Proteinquelle Nummer 1."

Gerade mit Blick hierauf, so Dr. Goerlich, sei die Erforschung des Immunsystems von besonderer Bedeutung, etwa bei der Entwicklung spezieller Impfprogramme für Fischbestände. Deshalb arbeitet er seit langem mit Prof. Dr. Jens Lehmann von der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten in NRW zusammen. Seine Behörde betreut die Fischereibestände des Landes und ist natürlich sehr an der Erforschung des Immunsystems interessiert.

Finanziert wird das Projekt vom Bundesforschungsministerium, beteiligt ist auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Unser Ziel sind neue Erkenntnisse im Wechselspiel von Immun-, Nerven- und Hormonsystem beim Fisch ", erklärt Dr. Goerlich, einer der Autoren des ersten "Blutatlas des Schwertträgers" (erschienen Ende 1997). Darüberhinaus dient der Schwertträger auch als Untersuchungsobjekt in der Tumorforschung.

Im April wird Space-Shuttle-Flug "STS-90 (Neurolab)" starten. Noch einmal wird das Mini-Öko-Sytsem mit den Schwertträgern an Bord sein, "die Versuchswiederholung dient der experimentellen Sicherheit", so der Düsseldorfer Wissenschaftler. Erst nach Rückkehr dieser Mission aus dem Weltraum beginnen die eigentlichen Auswertungen.

Autor/in: Rolf Willhardt
Kategorie/n: Pressemeldungen