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'Zur Geschichte der Trepanation'
Eine Ausstellung nicht nur für Mediziner

Außergewöhnliche Ausstellung: Vom 1. bis 31. Oktober präsentiert die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf eine Ausstellung zu einem der ältesten Operationsverfahren in der Geschichte der Medizin: der Schädelöffnung.

Pressebild Eine außergewöhnliche Ausstellung präsentiert die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Düsseldorf zusammen mit der Neurochirurgischen Klinik und dem Institut für Geschichte der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vom 1. bis 31. Oktober 1998. Sie widmet sich einem der ältesten Operationsverfahren in der Geschichte der Medizin: der Schädelöffnung, in Fachkreisen Trepanation genannt.

Neben Exponaten der ULB werden archäologische Funde von frühen Schädeloperationen aus Mecklenburg-Vorpommern sowie historische und moderne Operationsinstrumente, die zur Schädelöffnung verwendet wurden, gezeigt. Ferner dokumentieren schriftliche Quellen und Bilder die Entwicklung der Trepanationschirurgie von ihren Anfängen in der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart.

Anlaß der Ausstellung ist die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Nervenheilkunde. Sie richtet sich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern auch an interessierte Laien.

Trepanationen gehören auf der ganzen Welt zu den ältesten Operationsverfahren überhaupt. Prähistorische Funde beweisen, daß verschiedene Techniken der Schädelöffnung mehrere tausend Jahre vor Christi Geburt bekannt und verbreitet waren. Schon damals wurde dieses operative Verfahren bei Schädelverletzungen infolge von Unfällen und Kampfhandlungen oder zu Kultzwecken durchgeführt, wobei die genau Indikationsstellung nicht bekannt ist. Die Trepanation war in der Steinzeit nicht nur in Europa, sondern auch auf den anderen Kontinenten weit verbreitet.

Die Kisii, ein Bantu-Stamm in Westafrika, wenden dieses Operationsverfahren noch heute an. Eine Expedition zu den Kisii wird in der Ausstellung ausführlich dokumentiert. Anläßlich der Ausstellungseröffnung wird ein Film gezeigt, der auf dieser Expedition zu den Kisii gedreht wurde.

Autor/in: Bärbel Broer / Ute Olliges-Wieczorek
Kategorie/n: Pressemeldungen