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Transplantationsmedizin
Erfolgreich erste Leber verpflanzt

An der Heinrich-Heine-Universität wurde erstmals einem Patienten eine neue Leber transplantiert. Weihnachten verbringt der 56jährige Mann zu Hause.

Ob Herz-, Nieren-, Knochenmark- oder Hornhauttransplantationen: Die Transplantationsmedizin ist in den Medizinischen Einrichtungen der Heinrich-Heine-Universität schon seit Jahren von großer Bedeutung und genießt weltweit hervorragenden Ruf. Jetzt bieten die Unikliniken einen weiteren entscheidenden Dienst am Patienten an. Die aufwendigste Transplantation, die Verpflanzung von Lebern, ist nun auch an den Medizinischen Einrichtungen der Heinrich-Heine-Universität möglich.

Am 29. September 1997 wurde die erste Leber transplantiert. Mit großem Erfolg: Dem 56jährigen Patienten geht es gut, sein Zustand ist stabil, Weihnachten wird er zu Hause feiern können. Damit ist der Einstieg in das geplante Lebertransplantationsprogramm an der Heinrich-Heine-Universität gelungen und bereits mit einer weiteren, gleich erfolgreichen Transplantation vor einer Woche fortgesetzt worden.

Der Mann litt unter schwerster Leberzirrhose, war dauerhaft stationär untergebracht, eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kam hinzu. Als sich dann ein Leberversagen anbahnte, entschieden Prof. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Prof. Dr. Hans-Dietrich Röher, Direktor der Klinik für Allgemeine und Unfallchirurgie sowie Prof. Dr. Peter Goretzki zu transplantieren. Da bei einer Lebertransplantation nur die Blutgruppe stimmen muß, war die Operation binnen kurzer Zeit möglich.

Maximal zwölf Stunden dürfen von der Entnahme bis zur Transplantation verstreichen. Die reine Operationsdauer beträgt zwischen vier und acht Stunden.

An der Heinrich-Heine-Universität werden schon seit Jahren Organe, darunter auch die Leber, entnommen. Bislang wurde aber dieses Organ anderen Kliniken im nordrhein-westfälischen Umland zur Verfügung gestellt. Jetzt sind aber die Voraussetzungen für Lebertransplantationen geschaffen, der Einstieg gelungen und die Medizinischen Einrichtungen können selbständig die regionale Versorgung in bezug auf Lebertransplantationen gewährleisten. Angestrebtes Ziel der Klinikärzte: 20 bis 30 Lebertransplantationen pro Jahr.

Autor/in: Bärbel Broer
Kategorie/n: Pressemeldungen