Der „Preis der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“ (GFFU) würdigt herausragende Habilitationsschriften. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für das Jahr 2022 wurde verliehen an PD Dr. Julia Seyfarth, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Mit einem Kurzreferat stellte sie ihre herausragende Habilitationsschrift vor zum Thema: „Lösliche- und T-Zell assoziierte Biomarker bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus“.
Diabetes mellitus, Typ I und Typ II, ist die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Ursache des Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunreaktion auf der Grundlage von genetischen Risiko- und Umweltfaktoren. Biomarker, die das Auftreten und den Verlauf der Erkrankung sowie die Entwicklung krankheitsassoziierter Komplikationen anzeigen, könnten bei der frühen Diagnosestellung und Therapieoptimierung helfen. Julia Seyfarth untersuchte in den von ihr entwickelten Forschungsprojekten die Bedeutung neuer Biomarker die für die Entstehung und den klinischen Verlauf von Glukosestoffwechselstörungen des Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen von entscheidender Bedeutung sind. Über diese Analyse können auch Konzepte für innovative Therapieansätze entwickelt werden, die gezielt in die Immunantwort eingreifen. PD Dr. Seyfarth setzt mit ihrer Arbeit eine forschungsfeldübergreifende Forschung um. Sie zeigt darüber hinaus eindrucksvoll erfolgreich das Konzept eines Clinician Scientist, mit dem die Forschung auch klinisch tätiger Ärztinnen und Ärzte gefördert wird.
Den mit 12.500 Euro dotierten „Reinhard-Heynen- und Emmi-Heynen-Preis 2023“ für herausragende Leistungen von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen an der HHU ging an Prof. Dr. Ursula Hennigfeld, Professorin für französische und spanische Literatur- und Kulturwissenschaft am Institut für Romanistik der HHU. In einer kurzen Laudatio würdigte die Dekanin der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Ulli Seegers, das langjähriges Wirken und große Engagement der Preisträgerin, die wegen einer Erkrankung nicht an dem Termin teilnehmen konnte. Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Hennigfeld sind u.a. die literarische Verarbeitung von Krieg, Terrorismus und Antisemitismus; mit ihren Arbeiten trägt sie auch aktiv bei zur europaweiten Antisemitismusprävention. Derzeit arbeitet sie im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts zum Thema "Antisemitismusprävention im europäischen Schulunterricht". Ziel ist es, zu einer europäischen Erinnerungskultur beizutragen und digitales Unterrichtsmaterial für Schulen, Museen und Gedenkstätten zu entwickeln, um fake news, Verschwörungstheorien und radikalen Positionen entschlossen entgegenzutreten.
Mit dem mit 10.000 Euro dotierten „Forschungspreis der Dr.-Günther- und Imme-Wille-Stiftung“ werden jährlich herausragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der klinischen, experimentellen und translationalen Medizin von Nachwuchswissenschaftlern der HHU ausgezeichnet. Den Forschungspreis 2023 erhielt Dr. Peter-Martin Bruch, Assistenzarzt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Nach einer Würdigung durch die Kuratoriumsvorsitzende der Wille-Stiftung, Prof. Dr. Stefanie Ritz-Timme, referierte er über seine wissenschaftliche Tätigkeit zum Thema: „Behandlung von Blutkrebs. Personalisierte Lymphom-Therapie: Resistenzmechanismen verstehen und überwinden.“ In seiner Publikation in der Fachzeitschrift „Molecular Systems Biology“ werden die Erkenntnisse dazu dargelegt. Für die Forschung haben die Wissenschaftler ein Verfahren benutzt, dass es ermöglicht, mit hoher Präzision Zellen ex vivo, d.h. außerhalb des lebenden Organismus zu testen. Basierend auf bisherigen Forschungsarbeiten wird das unvollständige Therapieansprechen auf das Fortbestehen der Erkrankung in Lymphknoten und der Milz zurückgeführt. Gemeinsam mit den Forschungsergebnissen von Peter-Martin Bruch können nun Rückschlüsse auf die genauen Mechanismen dieser Resistenzen geschlossen werden, um zielgenauere Therapien zu ermöglichen.
Auch im Jahr 2022 konnten die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V. (GFFU) und die von ihr betreuten 24 Stiftungen insgesamt gut 3,6 Millionen Euro (Vorjahr: gut 3,7 Millionen Euro) für Forschung und Lehre zur Verfügung stellen. Diese erfreulichen Zahlen gab GFFU-Präsident Eduard H. Dörrenberg bekannt.
Nachdem der Verein bereits in 2021 nach Corona ein erfreuliches substantielles Wachstum für seine nachhaltigen Engagements erzielen konnte, haben sich die Zahlen in 2022 trotz der allgemein angespannten Weltlage auf Vorjahresniveau gefestigt. Dies vermerkte Eduard H. Dörrenberg, in seinem Amt erneut bestätigter Präsident der GFFU, auf der Veranstaltung. Bedingt durch die angespannte Situation auf dem Finanzmarkt und das niedrige Zinsniveau, verzeichnete das Vereins- und Stiftungsvermögen Ende 2022 mit gut 45 Millionen Euro einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um rund 2 Millionen Euro. Nachdem 2022 die Ausschüttungsrendite auf rund 2,5 Prozent gesunken war, erwartet Dörrenberg zu Ende des laufenden Jahres für die Zweckerfüllung der Stiftungen und des Vereins eine Ausschüttungsrendite in der Größenordnung um 3 Prozent. Somit könnte wieder das Niveau des Jahres 2021 erreicht werden – eine positive Entwicklung, die ein weiteres nachhaltiges Engagement der GFFU und der ihr anvertrauten Stiftungen in bewährter Weise möglich macht.
Dieses Jahr wurde bereits zum siebten Mal der mittlerweile zur Institution gewordene GFFU Startup Wettbewerb 2023 ausgelobt. Dieser Wettbewerb richtet sich an Teams von jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die in ihrem jeweiligen Unternehmenskonzept bereits weiter fortgeschritten sind. Der erneut mit 50.000 Euro dotierte Preis ging im Oktober 2023 an das Team „Steuerboard“ (Jakob Brand und Matyas Sebastian Heins). Mit einer praxisorientierten Mandanten-Kommunikationslösung im Bereich der Steuerberatung hatten die Preisträger vor der Jury überzeugt.
Nach den Ausführungen von GFFU-Präsident Dörrenberg präsentierte die Rektorin der HHU, Prof. Dr. Anja Steinbeck, eine kurze Übersicht über laufende Aktivitäten der Universität in diesem Jahr. Sie erläuterte dabei u.a. die aktuelle Exzellenzstrategie der Universität. Es werden zwei Exzellenzcluster angestrebt: eine neue Förderperiode für CEPLAS (Pflanzenforschung) sowie neu eine Förderung für CEOM / „ACCESS“ (Verringerung von Kohlendioxid in der Atmosphäre). In der Lehre werde u.a. derzeit der wichtige Strategieprozess „Zukunft der Lehre“ vorangetrieben, und auch die Nachhaltigkeit der HHU bleibe vorrangiges Thema.
Zum Abschluss der Jahresveranstaltung 2023 gratulierte GFFU-Präsident Eduard H. Dörrenberg allen Geehrten zu ihren besonderen Forschungsleistungen, die beispielhaft für die HHU und das UKD sind. Er dankte zudem allen Stifterinnen und Stiftern für ihre Unterstützung und betonte die Nachhaltigkeit des Wirkens der GFFU und ihrer Stiftungen in einer von stetigem Wandel geprägten Gesellschaft.
Über die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität e.V.
Gegründet 1955, ist die GFFU die führende private Institution der Wissenschaftsförderung in der Region Düsseldorf. Nicht nur mit ihren 24 Stiftungen, sondern auch mit ihrem Netzwerk von wichtigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Wissenschaft ist die GFFU längst zu einem wichtigen Band zwischen Universität und Öffentlichkeit geworden.