Die Rektorenkonferenz der Universitäten des Landes NRW sieht in den derzeitigen Studentenprotesten ein ernstes Warnsignal.
Die Rektorenkonferenz der Universitäten des Landes NRW sieht in den Protestaktionen der Studierenden ein ernstes Warnsignal, das weit über die Hochschulen hinausreicht. Sie gibt deshalb folgende Erklärung ab.
I.
Um der drückenden Unterfinanzierung der Hochschulen in Deutschland abzuhelfen, ergeht an Bund und Länder der dringende Appell zur
Einrichtung eines "Notprogramms Wissenschaft und Bildung", Verbesserung der Studienfinanzierung (Anhebung des BAFÖG zumindest auf das ursprüngliche Niveau), Anhebung der Mittel des Hochschulbauförderungsgesetzes auf die vom Wissenschaftsrat empfohlene Höhe.
II.
An das Land NRW ergeht der dringende Appell, ein Sofortprogramm zu beschließen, das zumindest die gegenwärtigen Behinderungen von Forschung und Lehre mildert. Das bedeutet konkret Aufhebung der 12monatigen Stellenbesetzungssperre zur kurzfristigeren Verbesserung der Studienbedingungen, Freistellungen der Hochschulen von globalen Minderausgaben und Haushaltssperren, Rücknahme der geplanten Stellenstreichungen (kw-Stellen).
III.
Zu den zentralen Forderungen der Studierenden in NRW nimmt die LRK wie folgt Stellung:
Da Studiengebühren gegenwärtig nur neue soziale Schranken errichten, werden sie von der Landesrektorenkonferenz NRW einhellig abgelehnt.
Die Hochschulen stellen sich dem nationalen und internationalen Wettbewerb. Die Hochschulfinanzierung aber ausschließich nach ökonomischen Kriterien auszurichten, entspricht nicht Selbstverständnis und Bildungsauftrag der deutschen Universität und greift deshalb zu kurz.
Für die Hochschulen des Landes NRW ist die ständige Verbesserung der Lehre ein wichtiges Ziel. Dafür ist eine hochwertige Forschung die Voraussetzung. Auf ihrer heutigen Sitzung hat die LRK Empfehlungen einer Arbeitsgruppe für ein breit angelegtes Evaluationsprogramm der Lehre verabschiedet, das auch die Beteiligung der Studierenden vorsieht. Es wird erwartet, daß die Fachbereiche und Fakultäten dieses Programm zügig realisieren.
In einigen Fächern sind Studienbedingungen so schlecht, daß hier eine verstärkte Transparenz und Strukturierung des Studienverlaufs dringend notwendig sind. Zwangsexmatrikulationen entsprechen nicht der deutschen Universitätstradition und werden deshalb abgelehnt.
Es ist für die LRK eine Selbstverständlichkeit, daß es an den Universitäten keine Benachteiligung einzelner Gruppen (z.B. ausländischer Studierender) geben darf.