Das hatte der zehnjährige Christian nicht erwartet: Anästhesie-Fachpfleger Achim Storm wählt ihn aus 20 Kindern aus. Er muß heute das Opfer spielen. Als Versuchskaninchen läßt sich Christian fachmännisch mit Pflastern verkleben und bereitwillig Arm und Kopf verbinden. Im Rahmen der "Kinderfreizeit in der Uni", organisiert von der Frauenbeauftragten der Universität Düsseldorf, Heike Thulmann, steht für die sechs- bis zwölfjährigen Jungen und Mädchen an diesem Vormittag ein Erste-Hilfe-Kurs mit dem Schwerpunkt Wundversorgung auf dem Programm.
Vier Wochen dauert die Aktion, die Heike Thulmann gemeinsam mit den Studenten Susanne Stumpf, Roberto Zeferino und Dörte Matthes vorbereitet hat. Während der Sommerferien wird der Nachwuchs der Beschäftigten der Universität betreut. "Dieses Programm soll in Zukunft zu einem festen Bestandteil unseres Angebots werden", so die Frauenbeauftragte, "die nächsten Freizeiten sind für die Herbst- und Osterferien geplant." Zu entdecken gibt es für die Kinder auf dem Campus genug: Rechenzentrum, Blutspendezentrale, Botanischer Garten.
An diesem Donnerstag steht ein Erste-Hilfe-Kurs auf dem Programm. Gestärkt durch das gemeinsame Frühstück, das jeden morgen in der Mensa der Medizinischen Einrichtungen für die Teilnehmer zubereitet wird, machen sich die angehenden kleinen Helfer mit ihren Betreuern auf den Weg zur Orthopädischen Klinik. Im Gipsraum stapeln sich bereits grüne, pinkfarbene und blaue Verbände. Pflaster mit Tatoos und Klebebilder liegen bereit. "Wenn ihr auf dem Spielplatz hinfallt und ihr habt eine Schramme am Knie, was macht ihr dann?", fragt Achim Storm in die Runde und 40 erwartungsvolle und neugierige Kinderaugen blicken ihn an. Keine Antwort - schüchternes Schweigen. Es gibt erste Tips vom Fachmann: "Das Wichtigste ist, daß ihr die Verletzung sauber macht. Erst dann darf die Wunde weiter versorgt werden." Wie das geht, demonstriert er an Christian. Schon kleben lustige Pflaster - mit Teddybären verziert - auf seinen Armen. "Damit könnt ihr sogar baden gehen", erklärt Achim Storm. Jetzt müssen alle aktiv werden: Die Kinder spielen den Ernstfall, als würden Finger bluten, Arme brechen und Platzwunden am Kopf entstehen. Viel freie Haut wird verklebt, Arme und Beine verbunden. Während die achtjährige Stefanie den Finger ihrer Freundin umwickelt, läßt sich die 13jährige Michaela einen richtigen Kunststoffgips am Arm anlegen. "Komisches Gefühl", sagt sie. Aber nun wisse sie, wie sich sowas anfühle.
Der sterile Gipsraum sieht aus wie nach einem Kindergeburtstag. Verbände und Pflaster sind wild im Raum verteilt. "Hat ja gar nicht weh getan," kichert der 10jährige Jan. Und weil alle so tapfer waren, gibt es für jeden eine Teilnahmeurkunde.
Ferienfreizeit für den Nachwuchs Erste-Hilfe-Kurs in der Orthopädie
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