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Rundschreiben des Rektors:
'Faule Professoren ?'

Der Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Prof. Dr. Gert Kaiser, hat zur öffentlichen Diskussion zum Thema "faule Professoren" ein Rundschreiben an alle Professorinnen und Professoren der Universität gerichtet. Kopien davon gingen an das MSWWF, die Hochschulrektorenkonferenz, die Landesrektorenkonferenz und den Hochschulverband.

Der Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Prof. Dr. Gert Kaiser, hat zur öffentlichen Diskussion zum Thema "faule Professoren" ein Rundschreiben an alle Professorinnen und Professoren der Universität gerichtet. Kopien davon gingen an das MSWWF, die Hochschulrektorenkonferenz, die Landesrektorenkonferenz und den Hochschulverband.




Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

seit einigen Wochen geht das Gespenst vom "faulen Professor" durch die Medien und findet zunehmend Resonanz. Ein Teil der Politiker greift das gern auf und macht auch schon Vorschläge, dem "Übel" abzuhalten.

Was an dieser Kampagne entsetzt, ist der Umstand, daß sie sich offenbar auf den Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz beruft. Der Schaden für die Universitäten ist gewaltig. Niemand spricht mehr davon, daß die Universitäten und Fachhochschulen in den letzten zwanzig Jahren eine Verdoppelung der Studentenzahlen bewältigt - und dabei die Standards gehalten haben.

Besonders schlimm ist, daß derartige kollektive Diffamierungen die Motivation und Leistungsbereitschaft des Einzelnen beschädigen können. Das ist auch der Grund dieses Briefes an Sie. Ich weiß, daß sich die meisten von Ihnen krummlegen und auch in der Lehre sehr viel mehr tun als Ihre Pflicht wäre. Ich bitte Sie, sich dabei nicht von dem verantwortungslosen Gerede einiger Funktionäre und Wichtigtuer entmutigen zu lassen.

In einer guten Universität ist die Freiheit der Professoren der stärkste Anreiz für Mehrleistung. Daß es in einer so großen und so unterschiedlichen Gemeinschaft wie der unseren die eine oder andere Ausnahme geben mag, darf kein Grund sein, die hohe Motivation der großen Mehrheit zu beschädigen.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, ich werde in der Öffentlichkeit alles dransetzen, damit diese unglaubliche Kampagne nicht den Geist der Freiheit und Verantwortung der deutschen Universität zerstört.

Ich grüße Sie herzlich

Prof. Dr. DLitt h.c. Gert Kaiser
Kategorie/n: Pressemeldungen