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Platz acht beim Völkerrechtswettbewerb
Fiktiver Prozeß: Studentinnen verteidigen Kriegsverbrecher

Kann man ruhigen Gewissens einen Kriegsverbrecher verteidigen? Dieser Frage stellten sich die beiden Jurastudentinnen Alexandra Rüth und Mirja Trilsch durch ihre Teilnahme am internationalen Völkerrechtswettbewerb Rene Cassin in Straßburg.

Kann man ruhigen Gewissens einen Kriegsverbrecher verteidigen? Dieser Frage stellten sich die beiden Jurastudentinnen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Alexandra Rüth und Mirja Trilsch, durch ihre Teilnahme am internationalen Völkerrechtswettbewerb Rene Cassin in Straßburg. Zwar war ihr Mandant fiktiv, jedoch die Fragestellung äußerst real: Es galt, in einer simulierten Gerichtsverhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die Richter davon zu überzeugen, daß der fiktive Staat Vimalien vor und während des Strafverfahrens die grundlegenden Menschenrechte mißachtet habe und daher auch das Urteil aufgehoben werden müsse. Mit einem hervorragenden achten Platz unter 63 Mannschaften aus Europa, Nordamerika und Afrika meisterte das Düsseldorfer Team diese Herausforderung.

Der Erfolg ist hart erarbeitet: Seit Ende November recherchierten die beiden Studentinnen zusätzlich zur intensiven Examensvorbereitung und entwarfen ihren Schriftsatz in französischer Sprache. Unterstützung erhielten die beiden durch Michael Tegethoff, den ersten Düsseldorfer Studenten, der an der Nachbarfakultät in Maastricht studiert. Wochenenden und Weihnachtsferien verbrachten sie in der Fachbibliothek der Juristischen Fakultät. Danach begann die Vorbereitung der Plädoyers, um Überzeugungskraft und sprachliche Gewandtheit zu üben, da die Richter den Vortrag - ebenfalls in französischer Sprache - jederzeit durch Fragen unterbrechen könnten.

Betreut wurde das Team von Beate Rudolf, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für deutsches und ausländisches öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht der Heinrich-Heine-Universität.

Großes Lob zollte die Lehrstuhlinhaberin, Prof. Dr. Dr. Juliane Kokott, dem Düsseldorfer Team: "Ich bin sehr stolz auf diesen Erfolg der ersten Düsseldorfer Mannschaft, die am Concours Europeen des Droits de l`Homme Rene Cassin teilgenommen hat. Er ist in erster Linie natürlich ein Erfolg der beteiligten Studierenden, die damit ihre hervorragenden Rechtskenntnisse, ihr überdurchschnittliches Engagement und ihre beeindruckenden Sprachfertigkeiten unter Beweis gestellt haben. Er ist aber auch ein Erfolg unserer jungen Juristischen Fakultät, die durch gute Arbeitsbedingungen und den engen Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden eine Grundlage für eine derartige außergewöhnliche Leistung geschaffen hat. Ich hoffe, daß wir auch in Zukunft die notwendige finanzielle Unterstützung finden, wie sie uns in diesem Jahr durch die Paul-Mikat-Stiftung zuteil geworden ist, um auch anderen Studierenden in Zukunft die Teilnahme zu ermöglichen."

Autor/in: Bärbel Broer / Beate Rudolf
Kategorie/n: Pressemeldungen