Im Mittelpunkt des von Tino Polster, dem Leiter der Sportkommunikation bei Fortuna, moderierten Gesprächs standen die wirtschaftlichen Herausforderungen eines eingetragenen Vereins sowie das richtige Verhältnis von Tradition und Weiterentwicklung.
Ein Profifußballverein, der als eingetragener Verein organisiert ist, setzt auf Tradition und Mitbestimmung: Mitglieder behalten die Kontrolle, externe Investoren nehmen keinen Einfluss, der Verein bewahrt seine Identität. Doch dieses Modell hat Grenzen. Weil ein e.V. keine Anteile verkaufen kann, fehlen wichtige Finanzierungswege, die im modernen Profifußball oft entscheidend sind. Größere strategische Investitionen – etwa in Infrastruktur, Personal oder Kader – lassen sich schwieriger finanzieren, Entscheidungen sind komplexer und wirtschaftliche Risiken trägt der Verein direkt. So steht der e. V. zwischen demokratischer Stabilität und eingeschränkter Wettbewerbsfähigkeit.
"Wir bleiben ein mitgliederbasierter Club und spielen halt nicht in der ersten Liga oder international. Daher müssen wir schon sehr kreativ sein, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Aus diesen Überlegungen heraus hat sich als wichtiger Baustein ‚Fortuna für alle‘ entwickelt“, so Klaus Allofs.
Mit diesem Projekt hat Fortuna Düsseldorf im Jahr 2023 einen ungewöhnlichen Reformkurs eingeschlagen: Es gibt kostenlosen Eintritt zu ausgewählten Heimspielen, mehr digitale Fanbeteiligung und eine neue Mittelverteilung zugunsten des Frauen-, Nachwuchs- und Breitensports. Das Projekt wird von der Stadt sowie starken Partnern wie der Targo-Bank und Hewlett Packard Enterprise getragen und soll die Fortuna in der gesamten Stadt verankern.
Seither befinde sich der Verein im Aufwind: „Die Zuschauerzahlen steigen spürbar, viele Menschen kommen erstmals ins Stadion und auch wirtschaftlich wächst der Verein in den Bereichen Mitglieder, Merchandising, Ticketing und Vermarktung. Zudem baut die Fortuna den Frauenfußball aus und erweitert ihr Partnernetzwerk.“
Wie sieht die Zukunft aus? „Wir werden vernünftig in die Kaderbildung investieren. Wir wollen in die erste Liga. Ein Aufstieg würde alles verändern“, so Allofs.
Die zweite öffentliche und kostenfreie Veranstaltung unter dem Titel „Fußball zwischen Emotion und Ökonomie – Perspektiven auf das Fußballbusiness” findet am 15. April 2026 um 16:30 Uhr statt. In einer Podiumsdiskussion wird Arnd Zeigler zu Gast sein.
bearbeitet am 25.11.2025