Mit der International Cognitive Linguistics Conference (ICLC) findet vom 7. bis 11. August 2023 die größte und wichtigste Konferenz der Kognitiven Linguistik an der HHU Düsseldorf statt. Mit über 500 Teilnehmenden aus aller Welt ist sie eine zentrale Austauschplattform für Vertreterinnen und Vertreter dieses Forschungsfelds. Die Kognitive Linguistik ist ein Forschungszweig der Sprachwissenschaft, der sich besonders für die Frage interessiert, wie Sprache mit anderen Bereichen der Kognition interagiert und welche allgemeinen kognitiven Fähigkeiten der menschlichen Sprachfähigkeit zugrunde liegen.
Die ICLC findet seit 1989 in der Regel alle zwei Jahre statt, die für 2021 geplante Konferenz wurde allerdings pandemiebedingt abgesagt. Dieses Jahr findet die ICLC zum 16. Mal statt, und zum ersten Mal seit der allerersten Konferenz 1989 in Duisburg kehrt die Konferenzreihe nach Deutschland zurück. Für das Organisationsteam um Jun.-Prof. Dr. Stefan Hartmann, Dr. Alexander Willich und Prof. Dr. Alexander Ziem aus dem Institut für Germanistik ist es eine besondere Ehre, diese Konferenz ausrichten zu dürfen. Dies ist eine Anerkennung für die kognitiv-linguistische Forschung an der HHU, zu deren Forschungsschwerpunkten der Bereich „Sprache – Wissen – Kognition“ gehört.
Die mehreren hundert Vorträge, die im Rahmen der Konferenz stattfinden, decken ein sehr breites Themenspektrum ab. In den Plenarvorträgen geht es beispielsweise um die vieldiskutierte Frage, inwiefern der kindliche Erstspracherwerb vom sprachlichen „Input“ abhängt, den Kinder erhalten, oder darum, wie räumliche und metaphorische Perspektiven in gesprochenen Sprachen einerseits und Gebärdensprachen andererseits kodiert werden. In einer Reihe von Themensektionen geht es teils um sehr allgemeine Fragestellungen wie die Modellierung von Mehrsprachigkeit in kognitiv-linguistischen Theorien sprachlichen Wissens, teils um sehr spezifische – etwa darum, wie Aufzählungen sprachlich zum Ausdruck gebracht werden und welche Gesten in gesprochener Sprache mit ihnen einhergehen. Dabei repräsentieren die Vorträge auch ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Methoden, von der quantitativen Analyse von Textdaten über psycho- und neurolinguistische Herangehensweisen bis hin zu Virtual-Reality-Ansätzen.
Weitere Informationen sind unter https://iclc16.phil.hhu.de/ zu finden.