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Medizinische Akademie:
Gründung vor 75 Jahren

Im Frühling 1923 wurde im gemeinsamen Zusammenwirken des Landes Preußen und der Stadt Düsseldorf die Medizinische Akademie Düsseldorf gegründet. Damit können die Medizinische Fakultät und mit ihr die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf eine 75jährige Geschichte zurückblicken.

Im Frühling 1923 wurde im gemeinsamen Zusammenwirken des Landes Preußen und der Stadt Düsseldorf die Medizinische Akademie Düsseldorf gegründet. Damit können die Medizinische Fakultät und mit ihr die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf eine 75-jährige Geschichte zurückblicken.
Vorläufer der Medizinischen Akademie war die "Akademie für praktische Medizin", die im Juli 1907 offiziell ihre Pforten geöffnet hatte. Anlaß für diese Akademie war, daß im Jahre 1901 die Approbationsordnung für Ärzte geändert worden war. Damals wurde das Praktische Jahr als obligatorischer Abschluß des Medizinstudiums eingeführt. Um diese praktische Ausbildung von Medizinstudenten gewährleisten zu können, entstanden an verschiedenen Orten "Akademien für praktische Medizin" - so eben auch in Düsseldorf. Hier war bereits seit 1895 über ein neues städtisches Krankenhaus nachgedacht worden. Diese Krankenhauspläne und die neuerlichen Erfordernisse einer akademischen Aus-, Weiter- und Fortbildung für Ärzte führten schließlich dazu, daß 1907 die "Städtischen Krankenanstalten in Verbindung mit der Akademie für praktische Medizin" eröffnet werden konnten.
Dieses Krankenhaus war seinerzeit zwar nicht das größte, aber das modernste - und auch das teuerste - Krankenhaus in Deutschland. Darüber hinaus war es das erste Krankenhaus in Deutschland, das nicht nur, wie bis dahin üblich, vornehmlich für die ärmeren Bürger gedacht war. Vielmehr sollten sowohl die namhaften Professoren mit ihren modernen medizinischen Geräten und Verfahren als auch die großzügige Anlage des Krankenhauses sicherstellen, daß alle Bürger der Stadt medizinisch und ärztlich auf höchstem Niveau versorgt werden konnten.
1919 war mit einer Sondergenehmigung des Landes in der Akademie für praktische Medizin auch der klinische Lehrbetrieb für die zahlreichen aus dem Krieg heimkehrenden Medizinstudenten aufgenommen worden. Bald darauf stießen weitere Studentinnen und Studenten aus den klinischen Semestern hinzu. Insbesondere dem Wirken des Pädiaters Prof. Arthur Schlossmann ist es zu verdanken, daß diese Interimsregelung auf eine feste und dauernde vertragliche Basis gestellt wurde. Prof. Schlossmann hatte sowohl in der Stadt als auch im Lande enge Verbindungen zur Verwaltung und Politik. Gleichzeitig konnte er sich die studentischen Willenskundgebungen, das klinische Studium der Medizin in Düsseldorf erhalten, zu Nutze machen: seine Tochter Erna Schlossmann, die erst im Frühjahr dieses Jahres verstorbene Ehrensenatorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, war damals eine der studentischen Wortführer(innen), die 1919 im "Goldenen Kessel" (siehe dort die Gedenktafel) eine Denkschrift zum Medizinstudium in Düsseldorf verfaßt hatte.
Die verschiedenen Verträge zwischen der Stadt und dem Land wurden im Februar, April und Mai 1923 unterzeichnet. Deswegen ist es beliebig, einem bestimmten Tag - den 24. Februar, den 25. April oder den 18. Mai 1923 - als Gründungsdatum zu benennen. Die Akademie erhielt eine Rektoratsverfassung und das Recht, die klinische Ausbildung von Medizinstudenten durchzuführen. Offiziell eröffnete die Akademie ihre Tore am 08. Juni 1923.

Autor/in: Alfons Labisch
Kategorie/n: Pressemeldungen