"Der Mensch ist mehr als seine Taten" - so heißt die Ausstellung, die die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Düsseldorf ab Montag, 9. November, bis Montag, 30. November, gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Mühlheim a. d. Ruhr zeigt. Die künstlerischen Werke - Texte, Plastiken und zum Teil großformatige Gemälde - stammen von Strafgefangenen, die in nordrhein-westfälischen Gefängnissen inhaftiert sind.
Die Exponate geben den Blick frei auf die Menschen hinter ihren Taten, auf ihre Träume, Wünsche und Ziele. Einige Werke offenbaren die Einsicht, daß die Taten wohl das ungeeignete Mittel zur Verwirklichung dieser Wünsche waren. Andere Texte und Bilder lassen ahnen, daß manche in der Haft zur Freiheit des Denkens gefunden haben, die bislang Gefangene ihrer Taten gewesen sind. Gleichzeitig gewähren die Werke tiefe Einblicke in den Alltag deutscher Gefängnisse. Die inhaftierten Frauen und Männer hoffen, durch diese Ausstellung auf offene Augen und Ohren von Menschen zu treffen, die ihre Signale von jenseits der Mauern ernstnehmen und ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft zur gegebenen Zeit erleichtern.
Gleichzeitig möchte die Ausstellung für die ehrenamtliche Betreuung von Strafgefangenen werben. In den Haftanstalten leben viele Gefangene, die keine Besuche bekommen und ohne jeglichen Kontakt nach draußen sind. Sozial engagierte Personen können zu diesen Menschen in Verbindung treten und mitwirken, sie wieder an die Gesellschaft heranzuführen. Ansprechpartner sind in Düsseldorf der Evangelische und Katholische Gefängnisverein (Tel. 0211 / 94 86 230).
Die Ausstellung ist montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr, sonnabends von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung ist ein Textheft erschienen, das zum Preis von 7 DM unter Tel. 0211 / 81-1 29 13 bestellt werden kann.
Weitere Informationen:
Dr. Ute Olliges-Wieczorek, Tel. 02 11 / 81 - 1 35 95.
'Der Mensch ist mehr als seine Taten' Kunst von Strafgefangenen in der ULB
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