Urban Gardening, Museumsforschung, Hörbehinderung, Einkauf und Beschaffung, Digitale Kunstvermittlung, Grundlagen wissenschaftlichen Denkens, die faschistischen Wurzeln der modernen Weltraumforschung sowie WOLOF, eine atlantische Kongo-Sprache – auf den ersten Blick haben diese acht Themen wenig miteinander zu tun. Was sie eint: Sie werden aktuell von der HHU für die kommenden zwei Semester mit insgesamt über 136.000 Euro über das Programm „Bürgeruniversität in der Lehre“ gefördert.
Die ausgewählten Lehr-Lernformate fördern vorbildhaft den Kompetenzerwerb und die persönliche Entwicklung der Studierenden, indem sie Praxispartner einbeziehen und gesellschaftliches Engagement ermöglichen. Hiermit schaffen sie einen Mehrwert für alle beteiligten Studiengänge und die Gesellschaft als Ganzes – ganz im Sinne der HHU als Bürgeruniversität.
Kurzvorstellung der ausgewählten Formate und Projekte:
„Awareness Hörbeeinträchtigung“
Prof. Dr. Thomas Klenzner, Susann Thyson, Maika Werminghaus von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Düsseldorf sensibilisieren Studierende für Barrieren und Herausforderungen, die Menschen mit Hörbeeinträchtigung und Cochlea-Implantat (CI)-Versorgung im Alltag erleben. In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und Betroffenen entwickeln die Studierenden Handlungsstrategien zur Verbesserung der Inklusionssituation.
„Einkauf und Beschaffung trifft...Purchasing and Supply Management"
Studierende der Lehrveranstaltung von Prof. Dr. Kirstin Scholten (Lehrstuhl für Supply Chain Management, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der HHU) erarbeiten selbstdefinierte Einkaufsthemen in einem selbstdefinierten Kursprojekt, für eine selbstdefinierte Zielgruppe, mit einem selbstdefinierten konkreten Output. Dabei unterstützt ein Netzwerk von Einkäufer*innen. Das Projekt verbindet Wissen aus Theorie und Forschung mit Realität und Praxis.
„Kunst auf einen Klick! Digitale Kunstvermittlung und ihr Publikum“
Das Projekt von Prof. Dr. Ulli Seegers und Theresa Stärk (Institut für Kunstgeschichte, Philosophische Fakultät) führt Studierende praxisnah an die Publikumsforschung im virtuellen Raum heran, gibt einen Überblick über digitale Kunstvermittlungsangebote und evaluiert durch die eigenständige Durchführung einer qualitativen empirischen Besucherstudie in der Kunstsammlung NRW bestehende digitale Vermittlungsangebote des Museums.
„Wissen.Gestalten.Lernen.“
Das interdisziplinäre Lehrprojekt von Dr. Maria Sojka und Prof. Dr. Gottfried Vosgerau (Institut für Philosophie, Philosophische Fakultät) sowie Prof. Dr. Michael Schmitt (Institut für Physikalische Chemie, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) vermittelt neben Fachwissen vor allem allgemeine Kenntnisse zum wissenschaftlichen Arbeiten. Darauf aufbauend entwickeln die Studierenden ein Schülerlaborexperiment, das Grundschüler*innen mit Umweltschutzproblemen vertraut macht und so die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens praktisch vermittelt.
„Kolonialismus, Imperialismus, Faschismus - Erbe und Zukunft der modernen Weltraumforschung“
Dr. Jens Temmen (Institut für Anglistik, Amerikanistik, Philosophische Fakultät) möchte den Studierenden einen kritischen Blick auf die faschistischen Wurzeln der modernen Weltraumforschung vermitteln. In Zusammenarbeit mit dem Fotografen Lewis Bush soll eine Fotoausstellung entstehen und im Haus der Universität gezeigt werden: Welchen Einfluss haben die Ursprünge der Raketentechnik im Nationalsozialismus auf die moderne Raumfahrtindustrie bis heute?
„Urbane linguistische Feldforschung: Wolof in Nordrhein-Westfalen“
Prof. Dr. Kilu von Prince und Niklas Wiskandt (Institut für Linguistik, Philosophische Fakultät) bringen Studierende mit Wolof und seinen Sprecher*innen in Kontakt. Wolof ist eine atlantisch-kongolesische Sprache, die vor allem im Senegal, aber auch in Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen gesprochen wird. Das Projekt arbeitet mit dem Verein Jäppoo NRW e.V. zusammen.
„Impactmessung in der Kulturvermittlung: Praxisorientierte Ansätze und Methoden“
Dr. Julia Römhild (Akademische Rätin im Bereich Kulturmanagement, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät) misst positive gesellschaftliche Wirkungen der Museumsarbeit. In Kooperation mit dem Kunstpalast Düsseldorf und der Fritz Henkel Stiftung setzen Studierende theoretische Konzepte der Wirkungsmessung in die Praxis um.
„Pflanzenforschung für nachhaltiges Urban Gardening“
Mit Biokohle zur Kohlenstoffsequestrierung nachhaltig gärtnern? Bei selbst geplanten und durchgeführten Feldbeet-Experimenten prüfen Studierende, ob und wie geladene Pflanzenkohle als Düngemittelersatz eingesetzt werden kann. Sie kommunizieren ihre nachhaltigen Verfahren und wissenschaftlichen Pflanzenprojekte zur Pflanzenproduktion mit Start-Ups im nachhaltigen Sektor und mit Hobbygärtner*innen.
Die Projekte der vier Fakultäten starten im Wintersemester 2024/2025 und / oder im Sommersemester 2025.
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