Zum Inhalt springen Zur Suche springen

Philosophische Fakultät
Meyer-Struckmann-Preis 2024 an Prof. Dr. Wolfgang Ernst

Prof. Dr. Wolfgang Ernst wird mit dem diesjährigen Meyer-Struckmann-Preis der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität ausgezeichnet. Der Berliner Medientheoretiker hat in seinem umfangreichen Lebenswerk entscheidende Impulse und Konturierungen für das Feld der Acoustic Studies vorgelegt. Der Meyer-Struckmann-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird seit 2006 von der Philosophischen Fakultät der HHU jährlich zu wechselnden Themen vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet am 13. November statt.

Prof. Dr. Wolfgang Ernst wird mit dem diesjährigen Meyer-Struckmann-Preis ausgezeichnet, Foto: privat

Im Zentrum seiner zahlreichen Aufsätze und Monographien steht der Begriff des Sonischen, das Wolfgang Ernst als ein Denken zwischen Ton und Klang, zwischen dem Akustischen und dem Symbolischen analysiert. Diese Forschungsergebnisse haben auch Konsequenzen für die Auseinandersetzung mit einem aktuellen Medienbegriff. 

Wolfgang Ernst, 1959 geboren, studierte Geschichte, Archäologie und Latein an den Universitäten Köln, London und Bochum. 2001 habilitierte er sich an der Humboldt-Universität zu Berlin über deutsche Gedächtnisorganisationen im 19. und 20. Jahrhundert und hat dort seit April 2003 eine Professur für Medientheorien. „Das besondere Verdient der Forschungsarbeit von Wolfgang Ernst besteht darin“, so Jury-Mitglied Prof. Dr. Dirk Matejovski, „dass er historisch exakt und analytisch trennscharf das Wechselverhältnis zwischen Materialität der Medien und den Konstitutionsformen des Akustischen nachgezeichnet hat. Dadurch hat er in seinem Lebenswerk entscheidende Impulse für die interdisziplinäre Reflektion über das Akustische formuliert. Für das neue, innovative Forschungsfeld der Acoustic Studies sind somit die Arbeiten Wolfgang Ernsts von überragender Bedeutung.“

Ernsts Forschungsergebnisse reichen bis in die Wahrnehmungstheorie, Kulturgeschichte, Musiktheorie und Geschichtswissenschaft hinein und bilden fruchtbare Grundlagen und Impulse für die weiterführenden Debatten und Konzepte innerhalb der Acoustic Studies und allgemeinen Medienkulturwissenschaft. Die Acoustic Studies, die sich mit dem Verhältnis von Medientechnologien, Sound und kulturellen Kontexten des Klanglichen auseinandersetzen, bilden mittlerweile ein klar konturiertes Teilgebiet der Medienkulturwissenschaft. 

Die Meyer-Struckmann-Stiftung

Die Meyer-Struckmann-Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Bereich der Kultur- und Geisteswissenschaften und verleiht jährlich die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung. Die Mittel stammen aus dem Nachlass des Stifters, Fritz Meyer-Struckmann, Bankier in Essen. Die Jury entscheidet in jedem Jahr neu über das Forschungsfeld, aus dem der Preisträger / die Preisträgerin zu bestimmen ist. 2023 verleiht die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum 17. Mal die Auszeichnung.

Bisherige Preisträger:

2006: Prof. Dr. Hartmut Böhme, Berlin; 2007: Prof. Dr. Shmuel Feiner, Israel; 2008: Prof. Dr. Harald Weinrich, München; 2009, Prof. Dr. Herfried Münkler, Berlin, 2010: Prof. Dr. Horst Bredekamp, Berlin, 2011: Prof. Dr. Jan Dirk Müller, München, 2012: Prof. Dr. Ursula Wolf, Mannheim, 2013: Sir Ian Kershaw, Sheffield, 2014: Prof. Dr. Alain Schnapp, Paris, 2015: Prof. Dr. Winfried Schulz, Erlangen-Nürnberg; 2016: Prof. Dr. Florian Coulmas, Duisburg/ Essen, 2017: Prof. Dr. Norbert Finzsch und 2018 Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger; 2019: Prof. Dr. Michael Stolleis (Frankfurt/M.), 2020: Prof. Helen Margetts (Oxford), 2021: Prof. Dr. Manfred Krifka (Berlin), 2022: Prof. Dr. Richard Münch (Bamberg), 2023: Prof. Dr. Monica Juneja.

Weitere Informationen:

https://meyer-struckmann-preis.hhu.de/

Kategorie/n: Auszeichnungen, Schlagzeilen, Pressemeldungen