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Intensivmedizin
Neue Diagnostik und Therapie bei lebensbedrohlichen Entzündungen

Beim 2. Düsseldorfer Hämostase- und Thrombose-Symposium werden neue Behandlungswege vorgestellt, die durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Ärzten der Intensivstationen und den Ärzten im Labor ermöglicht wurden.Es geht vor allem um die Früherkennung von lebensbedrohlichen Entzündungsreaktionen.

Das Krankheitsbild gleicht auf Intensivstationen oft einem medizinischen Katastrophenszenario: hohes Fieber, Kreislauf instabil, die Nieren hören auf zu arbeiten, der Magen-Darmtrakt funktioniert nicht mehr, beschleunigte Atmung, Herzrasen.

Typische Anzeichen einer Sepsis, d.h. einer folgenschweren Komplikation infektiöser Prozesse. Krankheitsbilder wie dieses gibt es häufig bei Verletzungen oder infolge von Operationen. Bislang konnten Diagnose und vor allem die Therapie immer erst nach dem Auftreten der Symptome einsetzen. Jetzt gibt es jedoch neue Möglichkeiten, hier frühzeitig zu erkennen, einzugreifen und zu heilen. Von führenden Medizinern werden sie vorgestellt auf dem "2. Düsseldorfer Hämostase- und Thrombose-Symposium" zum Thema "Sepsis und Hämostasestörungen in der operativen Intensivmedizin", das am 25. Oktober in der Düsseldorfer Universitätsklinik stattfindet (ab 9.00 Uhr, Großer Hörsaal, MNR-Klinik).

Aktuelle Forschungsergebnisse der letzten 5 Jahre zeigen, daß vor allem bestimmte vom Körper selbst produzierte Substanzen ("Zytokine") für die überschießende Entzündungsreaktion und die folgenschwere Überaktivierung des Gerinnungssystems verantwortlich sind. Es handelt sich um Eiweißstoffe, die als molekulare Mediatoren ins Blut abgegeben werden und sich bei den Patienten durch neue, verfeinerte Labortests bestimmen lassen.

Ein Anstieg solcher Mediatoren kann dem Arzt einen schweren Verlauf des Krankheitsbildes anzeigen, bevor lebensbedrohliche Komplikationen einsetzen. Das schnelle Erkennen ermöglicht heute gezielte Behandlungsmaßnahmen.

Die erzielten Fortschritte zur Entstehung, Diagnostik und Therapie von Sepsis und Hämostasestörungen sind zum einen das Resultat einer intensiven Grundlagenforschung. Zum anderen beruhen sie auf einer engen Zusammenarbeit zwischen den Ärzten auf den Intensivstationen und den Ärzten im Labor. Diese Form der Zusammenarbeit hat sich am Düsseldorfer Universitätsklinikum sehr bewährt.

Für die praktische Arbeit bedeutet dies auch, daß die Laborärzte ans Krankenbett und die Intensivmediziner ins Labor kommen,um die Diagnostik und Therapie miteinander festzulegen. Das interdisziplinäre Symposium, eine gemeinsame Veranstaltung des Instituts für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin (Prof.Dr.Rüdiger Scharf), mit dem Zentrum für Anaesthesiologie (Prof.Dr.Jürgen Tarnow) spiegelt diese Erfahrungen wider.

Kategorie/n: Pressemeldungen