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Ausstellung
Philipp Melanchthon und das Rheinland

Martin Luther nannte ihn "Bruder Leisetritt". Dennoch wurde er zu einem der wichtigsten Ideengeber der Reformationszeit. Bis zum 29.Januar 1998 zeigt die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf eine Ausstellung über Philipp Melanchthon.

Pressebild Er gilt als "Praeceptor Germaniae", als "Lehrer Deutschlands". Philipp Melanchthon, dessen Geburtstag sich 1997 zum fünfhundertsten Male jährte, ist eine der großen intellektuellen Persönlichkeiten der Frühen Neuzeit: bedeutendster Mitarbeiter Martin Luthers, Reformator, Autor des berühmten "Augsburger Bekenntnis", der grundlegenden Schrift der lutherischen Kirchen in aller Welt.

Zum Ausklang des Melanchthon-Jahres zeigt die Universitäts- und Landersbibliothek Düsseldorf eine Ausstellung, in der Schriften Melanchthons und seiner rheinischen Gegner aber auch seiner Freunde zu sehen sind. Es handelt sich um Drucke des 16. Jahrhunderts aus dem historischen Altbestand der Bibliothek, bibliophile Kostbarkeiten und brisante politisch-theologische Lektüre in einem. Melanchthon galt zwar als Mann des Ausgleichs - was ihm prompt den Tadel des weniger kompromißbereiten Luther einbrachte ("Bruder Leisetritt!") - , dennoch hatten seine Publikationen heftige öffentliche Reaktionen zur Folge. Beides wird jetzt in Düsseldorf in Originalwerken dokumentiert.

Die Ausstellung gliedert sich in mehrere Themenbereiche. Sie zeigt den enormen Einfluß des Humanisten Melanchthons auf das Bildungssystem (er begründete den Griechisch-Unterricht in Deutschland), die heftigen theologischen, oft polemischen Auseinandersetzungen über das "Augsburger Bekenntnis" und Melanchthons Rolle in den kirchlichen Streitigkeiten zwischen Katholiken, Lutheranern, Reformierten und Calvinisten am Niederrhein. Religiöse Streitigkeiten, vielfach gelehrte Propaganda, die unmittelbare Folgen in der Machtpolitik der Zeit hatten.

Die Ausstellung beleuchtet die Konflikte dieser turbulenten Umbruchszeit gerade unter dem regionalen Aspekt der rheinischen Auseinandersetzungen. Welche Schlüsselrolle spielte Melanchthon? Wo zeigen sich Querverbindungen? Wie argumentieren seine Gegner, seine Freunde? Was publizieren sie? Polemik und Streitschrift, theologisches Traktat und gelehrte Abhandlung: die Ausstellung rekonstruiert das Bild einer Zeit, die Fernwirkung bis in unsere Tage hat.

Kategorie/n: Pressemeldungen