Präeklampsie - besser bekannt als Schwangerschaftsvergiftung oder auch Gestose genannt - ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO die Todesursache Nummer eins von Müttern. Doch nicht nur Mütter sind gefährdet: 20 bis 25 Prozent der Ungeborenen sowie der Neugeborenen bis zum Alter von sieben Tagen sterben daran.
Trotz der alarmierenden Zahlen stehen die Mediziner vor einem Rätsel: Die Ursachen der Krankheit, die ausschließlich während der Schwangerschaft auftritt, sind weitgehend unbekannt. Sicher ist aber: Tritt die Krankheit auf, sind beide betroffen - Mutter und Kind. Zwei von 100 Frauen erkranken an Präeklampsie, weit über 100.000 sterben weltweit jährlich daran.
"Leider ist die Sensibilisierung für diese Krankheit noch zu gering", sagt Privat-Dozent Dr. Walter Klockenbusch von der Düsseldorfer Uni-Frauenklinik. Dabei tritt die Präeklampsie gar nicht so selten auf. Beispiel: Unter den 800 bis 900 Entbindungen im Jahr in der Düsseldorfer Universitäts-Frauenklinik sind ca. 30 bis 40 Präeklampsie-Fälle. Priv.-Doz. Dr. Klockenbusch ist gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Georg Bender, Direktor der Frauenklinik, wissenschaftlicher Leiter des Symposiums "Klinik der Präeklampsie und des Hellp-Syndroms" am Sonnabend, 18. April 1998, in den Medizinischen Einrichtungen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ca. 100 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden zu Referaten, Vorträgen und gemeinsamen Diskussisonen über diese Krankheit erwartet.
Wie wichtig dieser Austausch unter Medizinern ist, belegen nicht allein die alarmierenden Zahlen. Denn selbst nach über 100jähriger Forschung stehen Wissenschaftler vor einem Rätsel. Die schwangerschaftsspezifische Erkrankung ist eine Durchblutungsstörung, die - wenn sie rechtzeitig erkannt wird - nicht tödlich sein muß. Häufig jedoch haben die Kinder Spätfolgen: verzögertes Wachstum, Durchblutungsstörungen, neurologische Probleme.
Die Symptome der Präeklampsie treten frühestens ab der 20. Schwangerschaftswoche auf: Bluthochdruck und Eiweißausscheidungen im Urin sind die Warnsignale. Wegen der mangelhaften Durchblutung der Plazenta wird das Ungeborene nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Und auch die Mutter ist gefährdet. Beim Hellp-Syndrom, einer schweren Form der Präeklampsie, können schwere innere Blutungen und ein Leberkapselriß die Folgen sein.
Lange Zeit hat sich die Forschung nahezu ausschließlich auf den Bluthochdruck konzentriert. Jetzt findet ein Umdenken statt. Untersuchungen zeigen, daß die Gabe von niedrigdosierter Acetylsalicylsäure als Präventivmittel Wirkung zeigt. Und auch der Gedanke der Schwangerschaftsvergiftung tritt verstärkt in den Vordergrund: die Forschung ist auf der Suche nach einer schwangerschaftsspezifischen Substanz, die die Präeklampsie auslöst.
Symposium in der Frauenklinik Präeklampsie - Tödliche Gefahr für Mutter und Kind
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