Er ist einer der verdientesten Mediziner und einer der bekanntesten Perinatologen unserer Zeit: Prof. Dr. Konrad Hammacher. Mit seiner Erfindung - der Kardiotokographie (CTG) - hat er Medizingeschichte geschrieben. Durch diese Methode, die er in der Zeit von 1960 bis 1966 an der Universitäts-Frauenklinik Düsseldorf entwickelt hatte, konnten erstmalig nicht invasiv die Herzfrequenz des Ungeborenen und die Wehen der werdenden Mutter überwacht werden. Heute gibt es weltweit kaum eine Entbindungsstation oder geburtshilfliche Praxis ohne Kardiotokographiegerät.
"Gesunde Kinder auf die Welt zu bringen" - dieser Vorsatz begleitete Prof. Hammacher während seiner gesamten medizinischen Laufbahn. Der entscheidende Schritt auf diesem Weg ist ihm gelungen. Mittels des CTG hat er einer ganzen Generation von jungen Geburtshelfern ein Forschungs- und Überwachungsinstrument an die Hand gegeben und damit einen ganz wesentlichen, wenn nicht gar den entscheidenden Beitrag zur Senkung der perinatalen Mortalität geleistet. Das elektronische Gerät, mit dem der Pulsschlag eines ungeborenen Kindes und die mütterlichen Wehen genauestens gemessen werden können, ermöglicht, Komplikationen frühzeitig zu erkennen. So sind in 30 Prozent der komplizierten Schwangerschaften Nabelschnurumschlingungen des Ungeborenen die Ursache. Durch das CTG wurde es möglich, frühzeitig zu erkennen, daß sich das Baby in die Nabelschnur eingewickelt hatte: Denn die Herzfrequenz verändert sich.
Neben der Entwicklung des CTG hat Prof. Hammacher weitere überragende Leistungen auf dem Gebiet der Geburtsmedizin vollbracht:1966 entwickelte er den Plazenta-Wehen-Belastungstest mit Oxytozin;1971 erfand er ein Beatmungssystem für Neugeborene, das durch die R-Zacke des EKG gesteuert wird;1977 führte er an der Universitäts-Frauenklinik Tübingen das Rooming-In-System ein. Dafür konstruierte er ein spezielles Babybettchen, das den direkten Kontakt zwischen Mutter und Kind ermöglicht.
"Es gibt zur Zeit keinen lebenden Perinatologen - weder national noch international - der auf so vielen medizinischen Gebieten derartige bahnbrechende Entwicklungen und Forschungsleistungen erbracht hat", würdigt ihn Prof. Dr. Jürgen Morgenstern von der Düsseldorfer Frauenklinik. Zu Ehren des heute 70jährigen emeritierten Wissenschaftlers hat er das Symposium "Die Kardiotokographie - gestern, heute und morgen" organisiert, das am Sonnabend, 28. Februar, in der Heinrich-Heine-Universität stattfindet. Zu der akademischen Festveranstaltung mit wissenschaftlichem Programm werden rund 100 Gäste - darunter zahlreiche international bekannte Wissenschaftler und viele Hebammen - erwartet.
Festveranstaltung Prof. Hammacher schrieb Medizingeschichte
Kategorie/n:
Pressemeldungen