Der Parasitologe Prof. Dr. Heinz Mehlhorn (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) ist neuer Präsident des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentages (MNFT). Vertreter von 240 Fachbereichen der Biologie, Chemie, Mathematik, Pharmazie, Physik und der Geowissenschaften wählten den Düsseldorfer auf ihrer Vollversammlung in Wittenberg. Prof. Mehlhorn (geb. 1944) ist seit Jahren Vorsitzender der Biologischen Fakultäten und zugleich der Union der deutschen biologischen Fachgesellschaften. Er steht für eine enge Kooperation der Naturwissenschaften untereinander und auch für enge Kontakte mit der Industrie, dies sowohl auf dem Forschungs- als auch auf dem Ausbildungssektor.
Thema der Veranstaltung in Wittenberg war die gegenwärtige Situation in den Naturwissenschaften, bislang die tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft. Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Dekane sahen diese Stellung allerdings bedroht, weil: 1.) in den Gymnasien der mathematisch-naturwissenschaftliche Unterricht nicht in ausreichendem Umfang sowie notwendiger Tiefe und Breite angeboten werde; 2.) den Universitäten vielfach das Geld zur Anschaffung neuerer Apparategenerationen für Forschung und Lehre fehle; 3.) Gelder und Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs reduziert würden.
Die Dekanenkonferenz sprach sich einmütig dafür aus, daß der - weltweit wegen der erreichten Leistungen - geschätzte "Diplomstudiengang" in Deutschland erhalten bleiben muß, daß aber daneben andere internationale Abschlüsse (auch in anderen Sprachen), wie der "Bachelor" oder "Masters of Science", eingerichtet werden sollen. Auch interdisziplinäre Studienrichtungen sollen angeboten werden.
All diese Maßnahmen wirken nach Ansicht der Fachvertreter für ausländische Studenten attraktiv. Die Semesterleistungen eines Studiums sollen in Zukunft in sogenannten "Credit Points" ausgewiesen werden, die bei internationaler Abgleichung den Studenten einen problemlosen Wechsel von einer europäischen Universität zur anderen ermöglichen.
Obwohl in den experimentellen Naturwissenschaften Wissenschaftsbetrug äußerst selten ist, da die Experimente reproduzierbar sein müssen und daher leicht überprüfbar sind, erarbeiteten die Dekane einen grundlegenden Ehrenkodex zur "good laboratory praxis". Dies soll dazu beitragen, daß die deutschen Naturwissenschaften ihr hohes Ansehen im In- und Ausland bewahren.
Für weitere Informationen: Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Institut für Zoomorphologie, Zellbiologie und Parasitologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Tel. 0211-81-13052.
Math.-Nat. Fakultätentag Prof. Mehlhorn neuer Präsident
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