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Plasmaphysik:
Prof. Samm ernannt

Prof. Dr. Ulrich Samm ist neuer Lehrstuhlinhaber für das Fach "Plasmaphysik". Heute erhielt er von Rektor Prof. Dr. Gert Kaiser seine Ernennungsurkunde.

Pressebild Prof. Dr. Ulrich Samm ist neuer Lehrstuhlinhaber für das Fach "Plasmaphysik". Heute erhielt er von Rektor Prof. Dr. Gert Kaiser seine Ernennungsurkunde.

Prof. Samm wurde 1950 in Gevelsberg geboren, studierte an der Fachhochschule Jülich Physikalische Technik, an der RWTH Aachen Physik und promovierte 1981 mit einer Arbeit über Neutrinophysik. Ab 1982 war er in der Kernforschungsanlage Jülich tätig, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann seit 1995 als kommissarischer und seit 1998 als Leiter des Teilinstitutes I des Instituts für Plasmaphysik. 1998 habilitierte er sich an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Prof. Samm wurde für das Gebiet Plasmaphysik berufen unter gleichzeitiger Beurlaubung zum Forschungszentrum Jülich (sg. "Jülicher Modell"), wo er Direktor des Instituts für Plasmaphysik wird. Damit ist für die traditionell enge Zusammenarbeit auf diesem Gebiet zwischen der Düsseldorfer Universität und dem Jülicher Forschungszentrum gesorgt.

Prof. Samm leitet künftig das Institut, das zusammen mit niederländischen und belgischen Gruppen ein Großexperiment zur Hochtemperaturplasmaphysik und Fusionsforschung betreibt. Das Vorhaben ist Teil eines EURATOM-Projektes mit dem langfristigen Ziel, eine bekannte, aber bislang unerschlossene Energiequelle für die Menschheit nutzbar zu machen: die Fusion von Wasserstoffkernen. Das heißt, daß die Prozesse im Innern der Sonne in ähnlicher Weise auch auf der Erde realisiert werden sollen.

Das aufwendige Programm befaßt sich u.a. mit der Erforschung von magnetisch eingeschlossenen Hochtemperaturplasmen (bis 100 Millionen Grad). Die Themenfülle zeigt, daß es neben dem langfristigen Ziel viele Berührungspunkte mit aktuellen fundamentalen physikalischen Fragen zu komplexen, turbulenten Systemen, zur Astrophysik, Atomphysik, wie auch zu Fragen der Plasmatechnologie und Plasmadiagnostik gibt.

Nur durch eine enge Kooperation zwischen einem Großexperiment und den Universitäten ist dieses generationsübergreifende Forschungsprogramm zu verwirklichen. An dieser Aufgabe wird sich Prof. Samm u.a. durch Beteiligung an der Lehre in Düsseldorf und durch Mitarbeit im Graduiertenkolleg "Hochtemperaturplasmaphysik" und im Sonderforschungsbereich "Niedertemperaturplasmaphysik" beteiligen.

Autor/in: Rolf Willhardt
Kategorie/n: Pressemeldungen