Prof. Dr. Ulrich von Alemann ist neuer C4-Professor am Lehrstuhl Politikwissenschaft II im Sozialwissenschaftlichen Institut der Heinrich-Heine-Universität. Am Mittwoch, 15. April 1998, wurde ihm von Prorektor Dr. Detlev Riesner die Ernennungsurkunde überreicht.
Sinnvolle Verknüpfung von Grundlagenforschung und angewandter Forschung bis zur wissenschaftlichen Politikberatung ist das Ziel des neuen Lehrstuhlinhabers. Zusätzlich bringt von Alemann eine Forschungsstelle "Forschungs-Initiative Verbände in Europa", kurz "five" genannt, mit. Außerdem gilt sein Interesse der Korruptionsforschung. Der neue Lehrstuhlinhaber der Politikwissenschaft, der schon lange in Düsseldorf lebt, wechselte von der Fernuniversität Hagen an die Heinrich-Heine-Universität.
Geboren 1944 in Thüringen, wuchs er im Rheinland auf und studierte in Bonn Politikwissenschaften, Staatsrecht, Geschichte und Soziologie. Von einem Studienjahr in Kanada brachte er 1971 einen Master of Arts in political science mit. 1973 promovierte er in Bonn und arbeitete dort als wissenschaftlicher Assistent, bis er 1978 eine erste (H3)-Professur an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Neuss, übernahm. Nach ihrer Auflösung ging er an die Universität-Gesamthochschule Duisburg, von dort wurde er 1984 auf den ersten Lehrstuhl für Politikwissenschaft der Fernuniversität Hagen berufen. Erfolgreiche Bilanz seiner Tätigkeit: aus dem Solo-Lehrstuhl wurde ein Institut mit drei Professuren.
In der Forschung hat sich Prof. Dr. von Alemann mit Grundlagen und Methoden des Faches Politikwissenschaften befaßt, aus denen zahlreiche Lehrbücher hervorgegangen sind.
In der angewandten Politik sind folgende Bereiche Schwerpunkte seiner Arbeit:
Zur Verbändeforschung bringt Prof. von Alemann eine in Hagen aufgebaute Forschungsstelle mit, die vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung finanziert wird: die "Forschungs-Initiative Verbände in Europa", kurz "five" genannt. Grundlagenforschung und angewandte Forschung bis zur wissenschaftlichen Politikberatung versucht der 53jährige sinnvoll zu verknüpfen.
Ein aktuell politisch brisantes Thema ist die Korruptionsforschung. Hierzu hat sich der neue Lehrstuhlinhaber auch in den Medien verstärkt zu Wort gemeldet. Für das internationale Handbuch "Political Corruption" hat er den deutschen Leitbeitrag verfaßt. Eine Hauptthese lautet: Korruption gibt es in jeder Gesellschaft. Deshalb muß jede Gesellschaft neue Ideen zu ihrer Bekämpfung entwickeln.