Das medizinisch-diagnostische Laboratorium hat in den letzten Jahren eine stürmische Entwicklung erlebt. Die Bedeutung der Labordiagnostik nahm stark zu, so daß Laborwerte heute bis zu 70 Prozent aller objektiven Daten einer Krankenakte ausmachen. Moderne Laboratorien bieten dem Kliniker mittlerweile mehrere hundert verschiedene Analyte an, und mit der Einführung der molekularbiologischen Routinediagnostik werden die zu bestimmenden Parameter nochmals stark zunehmen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das "Qualitätsmanagement im medizinischen Laborbereich". Unter diesem Titel findet am Samstag, 6. Juni 1998, in der Heinrich-Heine-Universität ein Symposium statt (ab 10.00 Uhr, Hörsaal 2A, Vorklinik, Roy-Lichtenstein-Saal, Gebäude 22.01).
Das Labor muß mit immer knapper werdenden Ressourcen den gestiegenen Anforderungen hinsichtlich Angebot, Qualität und Schnelligkeit der Analytik zurechtkommen. Dennoch ist in Deutschland der Anteil der Laborkosten an den Gesundheitskosten nicht im gleichen Maße wie die Gesamtkosten angestiegen und verblieb recht stabil unterhalb von - vergleichsweise niedrigen - 4 Prozent.
Daß unter diesen Rahmenbedingungen die Qualität der Analytik in deutschen Laboratorien nicht gelitten hat, sondern in vielen Fällen, auch international vorbildlich, sogar stieg, ist der Etablierung eines nationalen Qualitätsmanagement-Systems zu verdanken.
Einer der Redner der Veranstaltung ist Dr. Dr. h.c. Karsten Vilmar, Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages. Er wird bei dem Düsseldorfer Symposium die Strategien und bereits bestehende Maßnahmen der ärztlichen Körperschaften darstellen. Wichtige Entwicklung für die Zukunft: Eine neue Dimension des Qualitätsmanagements wird durch die europäische Gesetzgebung erreicht. Nach dem Medizinproduktegesetz wird eine Europäische Richtlinie über in vitro-Diagnostika von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament verabschiedet werden, die die Laboratoriumsmedizin sowohl auf der Seite der Hersteller als auch der Anwender tiefgreifend verändert: Durch die europäische Gesetzgebung entfallen die nationalen Regelungen.
Das Symposium ist Prof. Dr. Hans Reinauer gewidmet, Direktor der Abteilung Klinische Biochemie des iabetes-Forschungsinstituts an der Heinrich-Heine-Universität.
Für weitere Informationen: Diabetes-Forschungsinstitut, Tel. 0211-3382240
Medizinisches Symposium Qualitätsmanagement im Labor
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