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Drehort Tierversuchsanlage
Ratten-Kurs für tierisches Doku-Drama

Angst und Ekel, Furcht und Schrecken: Wohl kaum ein anderes Tier versetzt Menschen so sehr in Aufruhr wie die Ratte. Das vielgefürchtete Tier steht im Mittelpunkt eines Dokumentarfilms, der unter anderem in der Tierversuchsanlage der Heinrich-Heine-Universität gedreht wird.

Angst und Ekel, Furcht und Schrecken: Wohl kaum ein anderes Tier versetzt Menschen so sehr in Aufruhr wie die Ratte. Kein Wunder also, daß der Mensch seit Jahrhunderten alles versucht, dem kleinen Säugetier den Garaus zu machen. Doch ohne Erfolg: Heute leben doppelt soviele Ratten wie Menschen auf der Erde. "Wer sich so erfolgreich der Zerstörungswut der Menschen zu widersetzen weiß, kann gar nicht so schlecht sein wie der ihm vorauseilende Ruf", dachten sich daher Enno Hungerland und Volker Anding. Die beiden Filmemacher von der Werner Kuby Filmproduktion drehen derzeit den anderthalbstündigen Dokumentarfilm "Die Ratten", der voraussichtlich im September nächsten Jahres bei Arte laufen soll. Sie verstehen ihr tierisches Doku-Drama als "das hautnahe Porträt einer oft unverstandenen Zeitgenossin und ständigen Wegbegleiterin des Menschen".

Station machen die beiden Autoren mit ihrem Team auch in der Tierversuchsanlage der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Und sorgen dort für einigen Wirbel: Erst ist der Seminarraum, in dem gedreht werden soll, zu hell. Also abdunkeln. Dann ist es wieder zu duster. Also Licht. Bis die Scheinwerfer stehen, Mikrofone ausgerichtet und die Kamera sowie die Akteure am richtigen Platz sind, gleicht der Kursraum in der Tierversuchsanlage eher einem Babelsberger Filmstudio. Doch die Leiterin der Tierversuchsanlage, Dr. Annemarie Treiber, bleibt in dem ganzen hektischen Treiben der ruhige Pol.

"Was wir mit den Tieren machen, muß schmerzfrei und unblutig sein", erklärt sie dem Filmteam bestimmt, das dann auch ganz beflissen antwortet: "Unser oberstes Gebot ist: Die Tiere dürfen nicht gequält werden."

Und dann geht`s los: Unbeeindruckt von dem technischen Equipment um sie herum umd professionell, als sei sie im Filmgeschäft heimisch, bringt Dr. Annemarie Treiber vor laufender Kamera drei Studentinnen die Ratte näher. Erklärt ihnen, wie die kleinen Tiere - die übrigens gar nicht so garstig aussehen - angefaßt und aus dem Käfig gehoben werden. Zeigt die kaum erkennbaren Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein unter den Rattenbabys, appliziert einer wabbeligen Plastikratte Leitungswasser und schauspielert die Herzpunktion an einer toten Ratte.

Am Dienstag, 9. Dezember, ist die Heinrich-Heine-Universität erneut Drehort für den Ratten-Film. Dann macht das Filmteam ein Interview mit Prof. Dr. Joseph Huston vom Institut für Physiologische Psychologie.

Autor/in: Bärbel Broer
Kategorie/n: Pressemeldungen