Klein sind sie und hübsch anzusehen, die lila Blüten des „Gefleckten Knabenkrauts“ (Dactylorhiza maculata); eine Artengruppe, die in Deutschland besonders geschützt ist. Auf dem HHU-Campus wachsen sie in den Pflasterritzen bei der Teichanlage im Bereich der Pharmazie, zwischen den Gebäudetrakten 26.22/.23 und 26.32/.33.
Orchideen sind für die Biologie sehr interessant. Unter anderem sind ihre winzigen Samen – eine Samenkapsel kann bis zu 6.000 davon enthalten – auf einen Wurzelpilz zum Wachsen angewiesen. Dr. Sabine Etges, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens der HHU: „Es ist bemerkenswert, dass das Knabenkraut auf dem Campus wächst und hier offensichtlich geeignete Bedingungen gefunden hat. Normalerweise kommt es auf armen Böden in lichten Wäldern oder auf Moorwiesen vor.“
Im Teich findet sich die langen, fein verzweigten Stränge der „Armleuchteralge“ (Chara). Sie sind ein Anzeiger für gute Wasserqualität; ein erfreuliches Zeichen also für Teichanlage an der HHU. Alle Chara-Arten sind gefährdet, sie stehen in Deutschland auf der Roten Liste, da ihre Lebensräume bedroht sind.
Diese Algen überwintern mit Dauersporen, die sich nach der Befruchtung durch Spermatozoide aus der Eizelle bilden. Das Mikroskopbild zeigt die Details: Die Spermatozoide werden im runden, orange gefärbten Spermatogonium gebildet; die Eizelle befindet sich im länglichen Oogonium.
Etges: „Bis vor Kurzem wurden die Armleuchteralgen als Schwestergruppe und engste Verwandte der Landpflanzen angesehen. Heute nimmt man an, dass dies auf eine andere Gruppe zutrifft, die Jochalgen (Zygnematophyceae).“