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Zahnmedizin:
Standort muß erhalten bleiben!

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung beabsichtigt, die Zahnmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zu schließen. In Schreiben an die Düsseldorfer Oberbürgermeisterin, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses, die Landtagsfraktionen und Birgit Fischer, Ministerin für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit, hat der Rektor der Universität, Prof. Dr. Gert Kaiser, hierzu Stellung genommen.

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung beabsichtigt, die Zahnmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zu schließen. In Schreiben an die Düsseldorfer Oberbürgermeisterin, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, die Mitglieder des Wissenschaftsausschusses, die Landtagsfraktionen und Birgit Fischer, Ministerin für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit, hat der Rektor der Universität, Prof. Dr. Gert Kaiser, hierzu Stellung genommen. Nachfolgend die wesentlichen Auszüge aus den Schreiben:

"Sachlich stehen die Argumente des Wissenschaftsministeriums auf schwachen Beinen. Ich nenne nur einige Argumente.

1. Es ist wohl richtig, landesweit die Aufnahmekapazität für das zahnmedizinische Studium abzusenken. Aber es ist falsch, einen solch profilierten Standort wie Düsseldorf zu schließen. Richtig wäre die Absenkung der Aufnahmekapazität an den Orten im Lande, wo durch zu hohe Aufnahme von Studenten die Ausbildung deutlich schlechter ist als in Düsseldorf.

2. Düsseldorf hat durch die Neuberufung von vier jungen Direktoren der Zahnmedizin ein Forschungsprofil gewonnen, das landesweit zur Spitze zählt - was vom Wissenschaftsrat ebenso anerkannt wird wie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

3. In der Einwerbung von Drittmitteln befindet sich die Düsseldorfer Zahnmedizin sogar in der Spitzengruppe in Deutschland.

4. Für das gemeinsam mit der Stadt geplante Technologiezentrum sind wir in sehr guten Gesprächen mit einem Investor aus dem zahnmedizinischen Sektor. Es handelt sich um ein sehr bedeutendes Vorhaben, das ein Eckpfeiler des Technologiezentrums werden soll. Ich muß fürchten, daß der Investor nach diesen Erklärungen des Ministeriums abspringt.

5. In der Patientenversorgung für Düsseldorf und Umgebung erfüllt die Zahnmedizin der Universität Aufgaben, die von keiner anderen Institution wahrgenommen werden können, insbesondere für Risikogruppen wie Kinderkrebs-, AIDS-, Hepatitis- und behinderte Patienten.

6. Patienten der Universitäts-Zahnklinik bedürfen in zahlreichen Fällen auch der Hilfe der übrigen humanmedizinischen Ärzte. Deshalb ist die Lehre und die Forschung mit den übrigen Fächern eng vernetzt. Man kann also die Zahnmedizin nicht ohne Schaden für die Patienten und für die gesamte Universitätsmedizin herausamputieren.

7. In der Lehre ist die Zahnmedizin in Düsseldorf wegen der guten Betreuungsrelation anerkanntermaßen besser als fast an allen größeren Standorten in Nordrhein-Westfalen.

8. Als wesentliches Argument des Ministeriums werden die Renovierungskosten des Hauses Himmelgeist genannt. Dieses Argument steht ebenfalls auf schwachen Beinen. Das Haus Himmelgeist ist ein denkmalgeschütztes Gebäude und muß auf jeden Fall renoviert werden. Diese ohnehin notwendige Renovierung würde noch Auskunft des Staatlichen Bauamtes rund 20 Millionen Mark kosten. Bei einer Renovierung für die Belange der Zahnmedizin würde sich diese Summe auf 25 Millionen erhöhen. Es dreht sich also um 5 Millionen Investitionskosten und nicht um 30 Millionen, von denen das Ministerium spricht.

9. Im Zuge der Kostenprobleme im Gesundheitswesen hat die Düsseldorfer Universitätsmedizin inzwischen erhebliche Einsparungen vorgenommen. Gegenwärtig wird ein wahrscheinlich richtungsweisendes Konzept für eine zukunftsfähige Universitätsmedizin durch unsere Experten erarbeitet ("Düsseldorf 2000"). Wichtig ist mir hier, daß vor allem die Zahnmedizin sehr konkrete und sehr weitgehende Vorschläge für eine Kostenreduktion und gleichzeitige Einnahmeverbesserung vorgelegt hat."

In seiner gestrigen Sitzung hat sich der Düsseldorfer Stadtrat einmütig für den Erhalt der Zahnmedizin an der Heinrich-Heine-Universität ausgesprochen. Der Wissenschaftsausschuß des Landtages beschloß hingegen in seiner letzten Sitzung, die Resolution der Stadt nicht zu unterstützen.

Autor/in: R. W.
Kategorie/n: Pressemeldungen