"Das ist die aufregendste Neuerwerbung der Universität in diesem Jahr!", freute sich Rektor Prof. Dr. Gert Kaiser. Anna Badora, Generalintendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses, hält in diesem Sommersemester ein Seminar zum Thema "Theaterarbeit", - mit riesiger Resonanz. Auf der Basis aktueller Inszenierungen erhalten die Studenten Einblicke in verschiedene Interpretationen, bekommen auch selbst die Gelegenheit, Szenen zu schreiben, und den "praktischen Umgang mit Literatur" zu lernen. Eine derartige Kooperation zwischen der Universität und dem Haus am Gründgensplatz gab es bislang noch nie. Weitere Besonderheit: ein Bühnen-Seminar, das sich nicht an Theaterwissenschaftler sondern an Studenten der Germanistik, Literaturübersetzer und Medienwissenschaftler wendet, ist an deutschen Hochschulen die Ausnahme.
Prof. Kaiser: "Das Seminar ist der Versuch, Theaterkultur an unserer Universität heimisch werden zu lassen. Und der Versuch ist offenbar geglückt." Denn die Pläne, einen eigenen studentischen "Theater-Club" zu gründen, stehen kurz vor ihrer Realisierung. Anna Badora berichtete bei der heutigen Pressekonferenz von besonders aktiven Teilnehmern ihres Seminars, die sofort Feuer und Flamme gewesen seien, als das Thema zur Sprache kam. Verbilligte Karten, Gespräche mit den Schauspielern: Das Düsseldorfer Schauspielhaus soll auch für die Studenten der Heinrich-Heine-Universität zum "vitalen Ort" werden, so Anna Badora.
Die Generalintendantin jedenfalls ist begeistert vom Engagement der Studenten in ihrem Seminar. Sie berichtet von den Schreibversuchen ("richtig spannende Sachen!"), der heftigen gegenseitigen Kritik, den Diskussionen um einzelne Szenen und Interpretationen. Und von anderen Sichtweisen. "Wenn wir im Theater etwas über diese Generation wissen wollen, lesen wir Zeitungsartikel. Jetzt sitzen diese jungen Leute in meinem Seminar und konfrontieren mich mit ihren Meinungen. Da ist eine Kreativität, die mich verblüfft hat. Das sind Zeichen, die Hoffnung machen und auch auf unsere Arbeit im Schauspielhaus Auswirkungen haben!"
Das Feed-Back aus dem Seminar sei für sie sehr wichtig, sagte Anna Badora, und daß die Idee zum Theater-Club derartig einschlug, freut sie natürlich ungemein. "So ein studentischer Theater-Club, - das kann Modellcharakter für andere Städte haben." Uni-Rektor Kaiser: "Das Engagement in diesem Seminar widerlegt wohl deutlich die These vom Konsumverhalten unserer Studenten. Hier entwickelt sich etwas, hier wirkt Kreativität."
Besonderer Anreiz für das Seminar: die besten selbstverfaßten Szenen sollen im "Nachtcafe" des Theaters, einer beliebten Spätabendreihe, von Schauspielern gelesen werden. Rektor Kaiser: "Ein Seminar als Brücke zwischen Theater und Universität. Diese Brücke hätte es nie gegeben ohne das außerordentliche ideelle Engagement von Anna Badora."
Universität und Schauspielhaus: Theater-Club geplant
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