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Jahr-2000-Problem im Pressegespräch
Trojanische Pferde im Datenchaos

Datenchaos am heimischen Computer, Ausfall der Energieversorgung, Flugzeuge bleiben am Boden, Krankenhäuser sind alarmiert, Telefonnetze brechen zusammen - wer will da noch behaupten, das "Jahr-2000-Computerproblem" gehe ihn nichts an? Grund genug für Prof. Dr. Jan Knop, Leiter des Rechenzentrums, während eines Pressegesprächs über den aktuellen Stand des befürchteten Computerchaos zum Jahrtausendwechsel und über neue Gefahren zu informieren.

Pressebild Datenchaos am heimischen Computer, Ausfall der Energieversorgung, Flugzeuge bleiben am Boden, Krankenhäuser sind alarmiert, Telefonnetze brechen zusammen - wer will da noch behaupten, das "Jahr-2000-Computerproblem" gehe ihn nichts an? Grund genug für Prof. Dr. Jan Knop, Leiter des Rechenzentrums, während eines Pressegesprächs über den aktuellen Stand des befürchteten Computerchaos zum Jahrtausendwechsel und über neue Gefahren zu informieren.

Hintergrund: Eine unbekannte Anzahl von Rechnern und Chips sind nicht auf den Betrieb im nächsten Jahrtausend programmiert. Sie kennen zwar die Jahreszahlen von 1 bis 99, jedoch nicht das laufende Jahrhundert. Am Ende dieses Jahrhunderts beginnen sie mit ihrer Zeitrechnung wieder am Anfang desselben. Befehle, die zu einem Zeitpunkt im neuen Jahrtausend ausgeführt werden sollen, werden fehlerhaft oder gar nicht bearbeitet, da der Computer das vorgegebene Datum nicht kennt. Genauso verhält es sich mit unzähligen Programmen, die jetzt noch einwandfrei arbeiten.

Angesichts der Allgegenwart von Chips und Rechnern sind die Folgen kaum absehbar. "Doch in Deutschland neigt man zur Unterschätzung der Gefahr. Es gibt immer noch Betriebe, die sich mit dem "Jahr 2000"-Computerproblem noch nicht befaßt haben", so Prof. Knop. Dabei richtet man sich in anderen Ländern, wie den USA, schon aufs Schlimmste ein. Krankenhäuser werden in der Silvesternacht zusätzlich mit Notpersonal besetzt, in Washington werden Lotsen gegen einen befürchteten Ausfall der Verkehrsampeln bereitgestellt.

Zwei Fluglinien wollen zum Jahrtausendwechsel nicht fliegen und in Rußland sollen alle Betriebe, die mit Gefahrengütern umgehen, vorübergehend stillgelegt werden. Betroffen sind auch einige Kernkraftwerke.

Nicht kalkulierbar sind mögliche Auswirkungen auf Banken oder so empfindliche Systeme, wie die internationalen Börsen. Schon partielle Ausfälle können hier zu globalen Finanzkrisen führen. Auch im Rechenzentrum der Universität Düsseldorf werden Vorkehrungen getroffen. Soweit möglich, weichen alte Rechner und Programme neuen, die bereits auf das kommende Jahrtausend programmiert sind. Prof. Knop: "Ich werde die Silvesternacht im Rechenzentrum verbringen und mit Spannung erwarten, was passiert. Genau weiß das niemand."

Er rät allen Computerbesitzern, sich umgehend mit der Vorbereitung zu befassen. Private Nutzer erhalten beim Rechenzentrum der Universität Düsseldorf Gratissoftware, mit deren Hilfe sie den heimische Computer "2000-tauglich" machen können.

Betriebe sollten sich an die IHK wenden und mit Herstellern ihrer Rechner und Programme in Verbindung setzen.

Prof. Knop warnt vor sogenannten "Trojanischen Pferden". Will heißen: "Man sollte genau prüfen, wen man an seine Rechner läßt. Es gibt unseriöse Experten, die die Hilflosigkeit mancher Betriebe ausnutzen und den Zugriff auf Firmencomputer mißbrauchen, um Viren zu plazieren oder Daten zu klauen." Auch Hackerbanden nutzen das Jahrtausendproblem auf ihre Weise. Leichter als sonst finden zerstörerische Viren den Weg in den Computer. "Bestimmte Viren täuschen ein "2000-Problem" vor, an dem Computer und Nutzer knacken, während das Virus in aller Ruhe Chaos auf der Festplatte stiften kann", warnt Prof. Knop.

Der Leiter des Rechenzentrums warnt: Vor wenigen Tagen schlichen sich Hacker in Rechner der Physik ein und richteten immensen Schaden an.

Autor/in: Bärbel Broer / Henning Bünger
Kategorie/n: Pressemeldungen