Jetzt ist es perfekt: Heute wurde der Vertrag zur neuen Nutzung von Schloß Mickeln unterzeichnet. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf übernimmt in Erbpacht Gebäude und Grundstück, "ein wirklich historisches Datum für uns, ein großer Tag für die Universität", so Rektor Prof. Dr. Gert Kaiser. Künftig wird die Universität das Schloß als Gästehaus und Tagungsstätte nutzen. Vorausgehen werden jedoch umfangreiche Renovierungs- und Umbaumaßnahmen. Der Einzug ist für das Frühjahr 1999 geplant.
Zur Vorgeschichte: Erbaut wurde Schloß Mickeln 1840 bis 1842 für Herzog Prosper Ludwig von Arenberg nach Plänen des Architekten Josef Niehaus.. Das unter Denkmalschutz stehende Schloß gilt als "eines der nobelsten Werke des Spätklassizismus am Niederrhein, mit dessen Ausgewogenheit und Geschlossenheit sich vielleicht kein anderer Bau in unserer Landschaft messen kann" (so der Landeskonservator 1969 in einem Gutachten).
Mickeln diente seit dem 2. Weltkrieg verschiedenen Familien als Unterkunft, die letzten Bewohner zogen 1971 aus, das Schloß sollte abgebrochen werden. Aufgrund des großen Interesses der Öffentlichkeit an der Erhaltung des Baus stellten die Eigentümer, die Arenbergischen Gesellschaften, und die Stadt Düsseldorf Überlegungen an, die zur Rettung des Baudenkmals führten. 1973 wurde ein Schenkungsvertrag abgeschlossen, der vereinbarte, daß die Stadt das Schloß einem gemeinnützigen, pädagogischen Zweck zuführt: Schloß Mickeln wurde renoviert und war seit 1978 Sitz der Heimvolkshochschule. Das zum Anwesen gehörende Nebengebäude, die "Remise", wurde an viele Bürger für private Zwecke vermietet.

Wegen der angespannten kommunalen Finanzlage faßte die Landeshauptstadt 1995 den Beschluß, Schloß Mickeln an die Arenbergischen Gesellschaften zurückzugeben, Voraussetzung: die Heinrich-Heine-Universität nutzt künftig das Schloß. Jedoch auch für die Haushaltslage der Universität stellte die Übernahme des Anwesens zunächst ein Problem dar. Durch das spontane Engagement der Freundesgesellschaft und ihres Vorsitzenden, Rolf Schwarz-Schütte ( 1996 wurde eine "Stiftung Schloß Mickeln" zur Unterstützung der Universität gegründet ), konnte jedoch ein vertretbares Finanzierungsmodell gefunden werden.
Die Universität wird Schloß Mickeln, ganz in der Nähe zum Campus gelegen, künftig als Gästehaus sowie als repräsentativen Tagungsort nutzen. Die fünf Seminarräume im Schloß mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre eignen sich ideal für die intensive Arbeit in kleinen Gruppen. Die Übernachtungsmöglichkeiten (geplant: 19 Zimmer) sind für Gastwissenschaftler gedacht, gerade auch mit Blick auf die Ausweitung der Europaprogramme und der zunehmenden Internationalisierung der Hochschule.
In Ausnahmefällen können die Räumlichkeiten von Schloß Mickeln auch an Dritte vergeben werden, insbesondere an die Stadt Düsseldorf für allgemeine Veranstaltungen. Der vorhandene Kinderspielplatz auf dem Gelände ist weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich.