Vier Prozent aller Menschen in Deutschland leiden unter rheumatischen Beschwerden. Über 800.000 haben rheumatoide Arthritis, auch Polyarthritis genannt.
Bei Rheumaerkrankungen sind nicht nur die Gelenke entzündet, sondern infolge einer Störung des Immunsystems wird eigenes Gewebe als "fremd" angesehen und durch Antikörper und Immunzellen angegriffen. Dies hat neben Veränderungen im Blut die Entzündung der betroffenen Organe zur Folge, was dann zu Beschwerden der Gelenke, aber auch von Herz, Lunge oder Nieren führen kann. Die Ursachenforschung in der Rheumatologie versucht daher festzustellen, warum ein Organismus seine eigenen Strukturen plötzlich als fremd ansieht und attackiert. Wissenschaftler sind aber auch auf der Suche nach anderen, auch äußeren, Faktoren (wie z.B. bestimmten Infektionen), die zu einer solchen Veränderung des Immunsystems führen können, daß der lebenswichtige Mechanismus der Körperabwehr gegen fremde Einflüsse quasi "umgepolt" wird und sich zu einer sogenannten Autoimmunerkrankung entwickelt. Erst wenn diese wichtigen Fragen der Ursache entzündlich-rheumatischer Erkrankungen geklärt sind, ist eine kausale Therapie zu erhoffen, die nicht nur - wie bisher - Linderung, sondern Heilung verspricht.
Das Rheumazentrum Düsseldorf der Heinrich-Heine-Universität freut sich, mit einem der anerkanntesten Wissenschaftler auf dem Forschungsgebiet der Autoimmunität bei rheumatoider Arthritis, Dr. Nathan Zvaifler, von der University of California in San Diego (USA) eine Vortragsreihe beginnen zu können, die Fragen der Grundlagenforschung in der Rheumatologie und Immunologie näher an die Probleme der täglichen ärztlichen Praxis bringen möchte. Dr. Nathan Zvaifers öffentlicher Vortrag zum Thema "Is Rheumatoid Arthritis just an Autoimmune Disease?" richtet sich vor allem an alle Ärzte und die interessierte Öffentlichkeit.
Der Vortrag des diesjährigen Carol-Nachman-Preisträgers, Dr. Nathan Zvaifler, findet am Montag, 11. Mai 1998, ab 19 Uhr im Hörsaal 13 B der MNR-Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt.
Ursachenforschung in der Rheumatologie US-Wissenschaftler hält Vortrag
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