Nicht erst seit der Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Das Homeoffice ist quasi zum Standard-Arbeitsort geworden und auch das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmerinnen und -nehmern hat sich verändert. Ein Wandel, der inzwischen auch in der Wissenschaft angekommen ist, wie Prodekanin Prof. Dr. Vlada B. Urlacher in Ihrer Begrüßungsrede erläuterte. „Die Beziehung zwischen Promovierenden und Betreuern hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Von hierarchischen Strukturen ging es hin zu partnerschaftlichen Modellen“ betont sie in Ihrer Rede. Dass diese veränderten Erwartungen und das neue Rollenverständnis in der Wissenschaft auch Herausforderungen mit sich bringen, ist unbestreitbar. Vor allem die Frage nach der Verantwortung im Promotionsprozess wird sich die Wissenschaft zeitnah stellen müssen.
Sich der Herausforderung bereits erfolgreich gestellt haben die 79 Promovendinnen und Promovenden der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, die seit Februar 2025 den Doktortitel erhalten haben. 35 von Ihnen waren bei der Promotionsfeier vor Ort um diesen Erfolg persönlich zu feiern und die Festrede von Prof. Dr. Frank Konietschke, kommissarischer Leiter des Instituts für Biometrie und Klinische Epidemiologie an der Berliner Charité, zu hören. Er sprach über „Diagnostische Tests: Stolpersteine und Meilensteine.“ In der diagnostischen Forschung sind Genauigkeitsmaße wie Sensitivität, Spezifität und weitere von zentraler Bedeutung für die Bewertung der Leistung medizinischer Tests. In seinem Vortrag diskutierte Prof. Konietschke sowohl Stolper- als auch Meilensteine der medizinischen Diagnostik.
Wie bei jeder Promotionsfeier der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät wurden auch diesmal die kreativsten Doktorhüte ausgezeichnet. Diese werden von den Arbeitsgruppen in liebevoller Kleinarbeit gestaltet und nach erfolgreicher Promotionsprüfung den neuen Doktores verliehen. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr Frau Patricia Kleimann (1. Platz, Biologie), Herr Fabian Vu (2. Platz, Informatik) und Frau Isabella Maria Solga-Kamp (3. Platz, Biologie).
Die Biologie stellt mit 38 Promotionen das größte Kontingent, gefolgt von Chemie (12), Physik (8), der Pharmazie und Informatik (jeweils 7) Psychologie (4) und Mathematik (3). Die Promovendinnen kamen neben Deutschland aus 13 weiteren Ländern: Ghana, Großbritannien, Indien, Iran, Italien, Kolumbien, Niederlande, Polen, Schweiz, Spanien, Taiwan, Togo und USA.