Präsentiert wird eine kuratierte Auswahl von Künstlerbüchern aus dem Bestand der ULB, in denen die Künstlerinnen und Künstler Otto Piene, HAP Grieshaber, John Gerard, Otto Rohse, Theresia Schüllner, Petra Maria Lorenz und Kasia Lewandowska Ausländers Gedichte interpretieren. Indem die Künstlerbücher Bild und Schrift kombinieren, reagieren sie künstlerisch auf eine Konstellation, die in Ausländers Gedichten bereits angelegt ist. Manuskripte, Typoskripte und Briefe aus dem Nachlass ergänzen die ausgestellten Künstlerbücher und bieten Einblicke in Ausländers Schreibtechniken und Korrespondenzen.
Besonders erwähnenswert sind die Beiträge von Otto Piene und HAP Grieshaber. Piene, ein Mitglied der bekannten Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO, hat das Gedicht „Muttersprache“ von Rose Ausländer in seinem Künstlerbuch „Inventar“ interpretiert, welches die Rolle der Sprache als Quelle der Lebenskraft darstellt. HAP Grieshabers künstlerische „Malbriefe“ sind bildnerische Antworten auf Ausländers Gedichte und Ausdruck einer produktiven Künstlerfreundschaft.
Rose Ausländers Leben, geprägt von zwei Kriegen, Shoa, Flucht und Verfolgung, fand in Düsseldorf seinen letzten Ankerpunkt. In der Stadt befinden sich wichtige Erinnerungsorte wie das Nelly-Sachs-Haus, der jüdische Friedhof und das Heinrich-Heine-Institut, zu denen die Ausstellung ebenfalls Linien zieht.
„Wir färbten jeden Buchstaben“ ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Studierenden an den Instituten für Germanistik und Kunstgeschichte im Sommersemester 2024. In Kooperation mit der ULB, dem Heinrich-Heine-Institut, der Rose-Ausländer-Gesellschaft und der Bürgeruniversität bietet die Ausstellung die Gelegenheit, die vielfältigen Verbindungen und wechselseitigen Bezugnahmen zwischen Wort und Bild in und mit Ausländers Werk zu erkunden.
Die Studierenden werden die Ausstellung am 3. Juli 2024 um 18 Uhr mit einem kleinen Rahmenprogramm eröffnen.
Ort: Universitäts- und Landesbibliothek (ULB)
Zentralbibliothek, Foyer
Universitätsstr. 1, Geb. 24.41, 40225 Düsseldorf
Dauer: 3. Juli bis 15. September 2024
Eröffnung: 3. Juli 2024, 18 Uhr