Den bedeutendsten und höchstdotierten Wissenschaftspreis des Landes, den Bennigsen-Foerder-Preis 1999, hat Gabriele Behler, Ministerin für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, verliehen. Gefördert werden begabte junge Forscherinnen und Forscher, die nach ihrer Promotion am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen. Zu den zehn Preisträgern gehören auch zwei Düsseldorfer Wissenschaftler.
Dr. Georg Groth wurde 1965 geboren und ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Biochemie der Pflanzen an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Er erhielt die Auszeichnung als Anerkennung für sein Projekt "Strukturermittlung des molekularen Motors ATP-Synthase mit neuen Aufreinigungs- und Kristallisationstechniken". ATP (Adenosintriphosphat) ist der Hauptenergieträger der Zelle. In die Zellmembranen eingebettete Enzyme, sogenannte F-ATPasen, spalten ATP und erzeugen somit die notwendige Energie, die die Funktionen der Zelle aufrechterhalten. F-ATPasen bestehen aus zwei verschiedenen Einheiten: einem außerhalb der Membran befindlichen F1-Komplex und einem in die Membran integrierten F0-Komplex. Während die Struktur des isolierten F1-Komplexes mit Hilfe einer Röntgenstrukturanalyse bereits bestimmt werden konnte, ist die molekulare Struktur des F0-Bereiches immer noch unbekannt. Der Antrieb des molekularen Motors ATP-Synthase wird aber genau in diesem Bereich vermutet. Unter Abwendung neuartiger Aufreinigungs- und Kristallisationstechniken soll deshalb, die Struktur des gesamte Enzyms, insbesondere des membranintegralen F0 Bereiches, mit atomaren Auflösung bestimmt werden. Da vermutet wird, daß F-ATPasen steuerbare Drehbewegungen in der Dimension von Millionsteln von Millimetern ausführen können, ist die Ermittlung ihrer molekularen Struktur für die Nanotechnologie von besonderem Interesse.
Dr. Georg Jansen, Jahrgang 1963 und Hochschulassistent am Institut für Theoretische Chemie, arbeitet an dem Projekt "Vom van-der-Waals-Komplex zum Biopolymer: Wechselwirkungen zwischen molekularen Bausteinen". Mit Hilfe quantenmechanischer Verfahren versucht er die Grundlage einer wohldefinierten Theorie von Atomen in Molekülen zu liefern und will somit Kraftfeldmodelle für Proteine und Nukleinsäuren systematisch verbessern. Bislang haben diese Kraftfeldmodelle einen gravierenden Mangel: Die Kräfte weit auseinander liegender, nicht durch chemische Verbindungen verknüpfter Atome oder Atomgruppen tragen einen stark empirischen Charakter. Kraftfeldmodelle sollen diese Kräfte beschreiben und bilden die Grundlage für Computersimulationen. Auf diese Weise ist Jansens Arbeit für die biologisch/chemische, medizinische und pharmazeutische Forschung interessant, da sie zum tieferen Verständnis dieser Strukturen und Funktionen beiträgt.
Die Auszeichnungen gehen auf den verstorbenen Veba-Chef Rudolf von Bennigsen-Foerder zurück, der sich mit großem Engagement für die Wissenschaft an Rhein und Ruhr eingesetzt hat. Bis zu 100.000 DM erhält jede Preisträgerin bzw. jeder Preisträger. Das Geld soll innerhalb einer Laufzeit von zwei Jahren für die Realisierung der jeweiligen Forschungsprojekte eingesetzt werden.
Weitere Informationen:
Dr. Georg Groth,
Tel.: 0211 / 81 - 1 28 22
Dr. Georg Jansen,
Tel.: 0211 / 81 - 1 32 10
Bennigsen-Foerder-Preise verliehen Zwei Düsseldorfer Wissenschaftler ausgezeichnet
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Pressemeldungen