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Marcel Reich-Ranicki

Heinrich-Heine-Gastprofessor 1991/1992

Marcel Reich-Ranicki war der erste Inhaber der Heine-Gastprofessur, die das Land NRW der Universität anlässlich der Namensgebung schenkte. In den Jahren 1991/92 hielt er über zwei Semester vielbeachtete öffentliche Vorlesungen. „Marcel Reich-Ranicki hat damals mit seinen Vorlesungen Maßstäbe für die Heinrich-Heine-Gastprofessur gesetzt“, so der ehemalige Rektor Prof. Dr. Dr. H. Michael Piper.

Bei der Premiere der Gastprofessur am 14. November 1991 im übervollen Hörsaal 3A las Reich-Ranicki über „Heine und die Liebe“. Rund 1.000 Interessierte sorgten dafür, dass die Vorlesung in weitere Hörsäle übertragen werden musste.
Nach den Begrüßungsworten durch Rektor i.R. Prof. Dr. Gert Kaiser interpretierte der bekannte Literaturkritiker Heines bis heute populäre Liebeslyrik derart, dass Heine nicht an an der Liebe litt, sondern am Ausgestoßensein als Jude. “Heine besingt nicht die Liebe, sondern die unmögliche Liebe des Außenseiters.”

An weiteren Terminen sprach er unter anderem zu den Themen “Lessing, der Literaturkritiker”, “Frierich Nicolai, der Begründer unseres literarischen Lebens”, “Ludwig Börne, der tolerante Fanatiker”, “Max Frisch, der Klassiker inmitten unserer Gegenwart”, “Wolfgang Koeppen, der empfindsame Asphaltliterat”, “Alfred Döblin, der weltfremde Eiferer”, “Arthur Schnitzler und das weite Land der Seele”, “Joseph Roth, ein Filou und ein Poet dazu”, “Thomas Mann, der Deutsche”, Bertholt Brecht, ein Genie und ein armer Hund" und “Was heißt und zu welchem Ende treibt man Literaturkritik? (über Fontane, Kerr, Polgar, Tucholsky, Kraus, Jacobson und andere)”. Insgesamt umfasste die Gastprofessur zwölf Termine.