Bezogen auf die Frauenanteile nach Qualifizierungsstufen erreicht die HHU im Erhebungsjahr 2023 NRW-weit wieder Rang 3. Auch bei den Studierenden, den Promovierten und dem hauptberuflichen wissenschaftlichen Personal hält sie ihre Platzierungen. Bei den Professuren verbessert sie sich um zwei Positionen auf Rang 8, denn der Anteil der Professorinnen an der HHU ist deutlich gestiegen: auf 30,1 Prozent. Ein Ziel des Hochschulentwicklungsplanes (HEP) ist damit bereits jetzt erreicht.
„Der Gender-Report NRW vergleicht die Hochschulen im Land – und für uns heißt das ganz klar: Werden andere besser, dürfen wir nicht stehen bleiben“, betont Dr. Anja Vervoorts, zentrale Gleichstellungsbeauftragte der HHU.
Bei den W3-Professuren gibt es noch einen Gender Pay Gap von 8,5 Prozent: Hier erhalten Frauen durchschnittlich 208 Euro weniger als Männer. Dies unterschreitet den NRW-Durchschnitt um 263 Euro, was für die HHU eine erfreuliche Entwicklung ist. W2-Professorinnen an der HHU bekommen sogar durchschnittlich mehr Leistungsbezüge als ihre Kollegen, was einer Differenz von -16,4 Prozent entspricht. Diese Zahlen zeigen, dass einzelne Maßnahmen für eine gerechtere Bezahlung nun greifen. [Weitere Informationen im Terminhinweis am Ende dieses Beitrags.]*
In den Leitungsgremien zeichnen sich unterschiedliche Bilder ab: Unter den acht Hochschulratsmitgliedern sind fünf Frauen. Mit der Rektorin und zwei Prorektorinnen haben Frauen die Hälfte der Rektoratsämter inne. Der Frauenanteil in den Dekanaten übersteigt mit 29,4 Prozent den NRW-Durchschnitt, wobei zwei der fünf Fakultäten von Dekaninnen geführt werden. Demgegenüber sei der Frauenanteil am Senat mit 41,4 Prozent im landesweiten Vergleich unterdurchschnittlich, heißt es im Gender-Report. Dies gelte ebenfalls für die Dezernatsleitungen, die nur zu einem Drittel Frauen obliegen.
Weitere deutliche Zahlen
Der Frauenanteil bei den Promovierten ist um 9,3 Prozentpunkte auf 57,4 Prozent gestiegen – hier erreicht unsere Universität Rang 1. 2023 lag der Anteil beim wissenschaftlichen Personal bei 45,7 Prozent (Rang 5) und bei den Studierenden sind 57,2 Prozent weiblich (Rang 3). In Technik und Verwaltung beträgt der Frauenanteil 62,3 Prozent.
Insgesamt 37 bestehende Landeshochschulen (ohne Verwaltungshochschulen) wurden für den Report untersucht. Die Auswertungen basieren auf Daten des Statistischen Landesamtes NRW (IT.NRW), die sich auf das Jahr 2023 bzw. das Wintersemester 2023/24 oder frühere Jahre beziehen.
Zur ausführlichen Version des Gender-Reports 2025
*Am 11. Februar 2026 findet der Gender Kongress zum Report in Essen statt.
Dr. Anja Vervoorts, Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der HHU, leitet hier den zentralen Workshop „Berufungsverfahren geschlechtergerecht gestalten“. Es geht dabei um Handlungsbedarfe, Qualitätssicherung und (Um-)Wege zu gendersensiblen Verfahren. Die Expertin ist seit 2011 in der Gleichstellungsarbeit tätig. Nicht nur ihre Erfahrung aus Berufungsverfahren, entwickelten Leitfäden und Fragenkatalogen zu Gleichstellungsaspekten fließen in solche Veranstaltungen ein. Frau Dr. Vervoorts ist überdies Sprecherin der LaKof NRW (Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und Universitätsklinika des Landes Nordrhein-Westfalen) und begleitete u.a. den Dialogprozess mit dem Wissenschaftsministerium zum Schwerpunkt „Gender Pay Gap“.