Nach einer wissenschaftlichen Qualifikation eröffnen sich an Universitäten unterschiedlichste Karrierewege. In den neuen Leitlinien geht es um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neben der Professur, die unbefristet an der HHU beschäftigt sind. Die Regelungen sollen zu transparenten, planbareren Karrierewegen, vergleichbaren Arbeitsbedingungen und zu einer stärkeren Identifikation mit der eigenen beruflichen Rolle führen.
Welche Stellen werden gebraucht? Anhand dieser Frage werden unbefristete wissenschaftliche Stellen von den Fakultäten bei einer strategischen Personalplanung festgelegt, abgestimmt mit der Hochschulleitung. In der Arbeitswirklichkeit sind die drei Profile nicht trennscharf voneinander abzugrenzen, jedoch gibt es Tätigkeitsschwerpunkte, die das jeweilige Berufsbild prägen. Es geht also darum, idealtypische Leitbilder zu beschreiben.
Drei Profile
Researcher forschen überwiegend, werben Drittmittel ein, managen Drittmittelprojekte, beteiligen sich an Verbundprojekten, publizieren und halten Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen. Ebenso gehören Lehrveranstaltungen und das Betreuen von Abschlussarbeiten zu ihrer Arbeit. Ein weiterer möglicher Schwerpunkt ist das Betreuen von Einrichtungen der Forschungsinfrastruktur. Idealerweise bauen sie Netzwerke in ihrem Fachbereich auf nationaler oder internationaler Ebene auf und tauschen sich in Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft aus.
Lecturer forschen auch; schwerpunktmäßig engagieren sie sich in Lehrveranstaltungen und Prüfungen. Außerdem beraten sie Studierende in studienorganisatorischen, lernbezogenen und berufsorientierenden Fragen und betreuen Abschlussarbeiten. Sie sind mit anderen Lehrenden innerhalb der Universität vernetzt und sind idealerweise im Austausch mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Das spiegelt sich auch in Lehrprojekten wider. Die Neukonzeption von Studiengängen, das Einbringen didaktischer Innovationen oder die Digitalisierung in der Lehre übernehmen sie ebenfalls.
Scientific Manager sind hauptsächlich sie im Wissenschaftsmanagement tätig: oftmals sind sie Bindeglied zwischen Forschung und Lehre einerseits und Hochschuladministration/Verwaltung andererseits. Ihr Aufgabengebiet reicht von der Geschäftsführung und Koordination größerer Einheiten in Forschung, Lehre und Transfer bis zum Projekt-, Qualitäts- und Finanzmanagement. Auch entwickeln sie Konzepte, arbeiten in der (Wissenschafts-)Kommunikation und im Veranstaltungsmanagement. Sie können Drittmittel einwerben, publizieren, lehren und sind intern sowie extern gut vernetzt.
Dies sind nur einige beispielhafte Aufgaben; viele weitere werden in den Leitlinien genannt – sie illustrieren die Vielfalt dieser unbefristeten wissenschaftlichen Stellen, für die eine Bestenauslese, Chancengerechtigkeit und Gleichstellung essentiell sind. „Sie alle werden öffentlich ausgeschrieben und von individuellen Förderbeziehungen entkoppelt. Die HHU strebt an, mindestens 50 Prozent mit Frauen zu besetzen oder zumindest einen Frauenanteil zu erreichen, der dem prozentualen Anteil der promovierten Frauen des jeweiligen Faches entspricht“, sagt Dr. Madlen Kazmierczak, die persönliche Referentin der Rektorin.
Das Dokument regelt auch das genaue Prozedere der Ausschreibung und Besetzung. Damit enden die Überlegungen nicht: Das Qualifizierungsprogramm „Düsseldorfer Weg“ soll ebenfalls in Richtung dieser drei Profile weiterentwickelt werden. Denn so können promovierten Personen auch entsprechende Personalentwicklungsmaßnahmen angeboten werden.