"Uni ist ein Orchester mit vielen verschiedenen Stimmen", so Rektor Prof. Dr. Dr. Alfons Labisch abschließend bei der Übergabe der Plastik. Nicht nur in diesem Sinne ist das bronzene Kunstwerk von Hede Bühl eine wertvolle Bereicherung für den Gesamtkomplex Universität. An exponierter Stelle ergänzt es den "Ort des Geistes" um einen Punkt, der zur Auseinandersetzung mit Kunst anstößt.
Im Foyer des Rektorats, wo sich die Fäden der Stätte des "radikalen Denkens", des "Raumes jenseits der Befindlichkeiten", so Labisch, bündeln, soll Bühls stummer "Kopf" auf der Ebene der Sinnlichkeit wirken und zum Nachdenken anregen. Beabsichtigt ist ein bewusster oder unbewusster Dialog im Alltag, der entstehen kann, wenn man an dem abstrakten Kunstwerk vorbei geht.
Kunst als "integraler Teil des Lebens" soll auch den Studierenden auf dem Campus erfahrbar gemacht werden. Labisch möchte, dass diese aus ihrem primär berufsorientierten Studium mehr mitnehmen als ihre Ausbildung. "Ich meine, dass wir das den Studierenden schuldig sind."
So soll die Dauerleihgabe der Plastik von Hede Bühl nicht die letzte durch Sponsoren ermöglichte Anschaffung eines Kunstobjektes für die Universität gewesen sein. Labisch sieht als Fernziel einen Figurenpark, der im Rahmen des sich gegenwärtig ereignenden "rasanten Änderungsprozesses" der Universität nach und nach auf dem Campus entstehen soll. Im Wintersemester 2004/05 wurden von Studierenden des Seminars für Kunstgeschichte unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Körner bereits Entwürfe für einen "Kunstpfad" erarbeitet. Er soll als Verlängerung der Düsseldorfer Kunst-Achse (Ehrenhof - K20 - K21) das Universitätsgelände an die Stadt anbinden. Nun sind generöse Sponsoren für die Realisierung der einzelnen Kunst-Punkte gefragt.
An Hede Bühls Plastik schätzt Labisch besonders die Reduziertheit, das "Zurücknehmen in Form und Stil", aus der er eine große Kraft entwachsen sieht. Die Düsseldorfer Bildhauerin befasst sich seit langem mit der menschlichen Gestalt, insbesondere mit Köpfen, die sie aus Bronze, Eisen, Stein oder Holz fertigt. Mit einem vereinfachten Formenvokabular widmet sie sich in ihrem Schaffen den Urformen der Natur. Ihre monumental, archaisch und zeitlos wirkenden "stummen Köpfe" markieren einen Gegenpol zu der Geschwätzigkeit der gegenwärtigen Kunst und dem vorherrschenden Lärm des Zeitgeistes.
CampusKunst: Plastik von Hede Bühl
Kategorie/n:
INTRANET News