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Elternratgeber bei Studienzweifeln

Studienzweifel können für junge Menschen eine große Belastung sein – und auch Sie als Eltern können mit der Situation überfordert sein. Wichtig ist dabei: Studienzweifel sind nicht ungewöhnlich und knapp 25-30% der Bachelor-Studierenden verlassen die Hochschule ohne Abschluss.

Für Sie als Eltern empfiehlt sich im ersten Schritt: Ruhe bewahren! Druck und hohe Erwartungen verschlimmern die Situation, anstatt sie zu verbessern. Die Gründe für Studienzweifel sind vielfältig und es ist wichtig zu prüfen, was zur Lösung beiträgt.

Nachfolgend möchten wir Ihnen ein paar Hinweise geben, wie Sie Ihr Kind in einer solchen Situation unterstützen können.

Versuchen Sie, offen und geduldig zuzuhören. Oft hilft es schon, einfach da zu sein und nicht sofort mit etlichen Ratschlägen zu reagieren. 

Sätze wie „Das hätte man auch vorher wissen können“ oder „So hast du dir das doch vorgestellt“ können schnell mal rausrutschen, helfen aber nicht weiter. Häufig ist schon ausreichend Selbstkritik an der Tagesordnung und auch Scham, ein Studium möglicherweise abzubrechen. Versuchen Sie daher Verständnis zu zeigen. Die vielen Möglichkeiten, die es heutzutage im Rahmen der Berufsausbildung und Studienwahl gibt, sind schön, können dennoch überfordernd sein und manchmal entspricht die Realität nicht den Erwartungen. 

Fokussieren Sie auf die Lösungsfindung und nicht die Fehlersuche. Helfen Sie Ihrem Kind, verschiedene Optionen zu prüfen – sei es ein Studienfachwechsel, eine Auszeit zur Orientierung oder auch eine berufliche Neuorientierung durch z.B. eine Ausbildung. Hier finden Sie Hilfe zur Orientierung. 

Studienzweifel kommen oft mit Ängsten und Unsicherheiten einher. Zeigen Sie Verständnis für diese Gefühle und bestärken Sie Ihr Kind darin, Hilfe anzunehmen. Auch dafür gibt es verschiedene Beratungsangebote an der Hochschule, wie z.B. die Psychologische Beratung

Orientierung braucht Zeit. Vor allem nach einer vermeintlich „falschen“ Entscheidung wollen sich junge Erwachsene sicher sein, dass die nächste Entscheidung die Richtige ist. Auf der anderen Seite will man als Eltern aus guten Absichten häufig unterstützen, möglichst schnell einen neuen Weg zu finden. Nicht immer ist „schnell“ aber ein guter Pfad. 

Manchmal braucht es Zeit, um eigene Stärken, Interessen und Prioritäten besser zu verstehen und Dinge auszuprobieren. Um im zweiten Anlauf eine passende, nachhaltige Entscheidung zu treffen, ist das aber ein sehr wichtiger und wertvoller Schritt! 
Und auch im Rahmen der Neuorientierung lässt sich z.B. über einen Nebenjob Geld verdienen, wenn die finanzielle Situation angespannt ist.  
In jedem Fall gilt: ein Studienabbruch, Fach- oder Hochschulwechsel ist nicht das Ende, sondern auch eine lehrreiche Erfahrung, die einen weiter bringt.


Hilfreiche Anlaufstellen bei Studienzweifeln


Hier können Sie sich informieren:

  • Kooperationsprojekt move! in Düsseldorf mit persönlichen Beratungsangeboten rund um Studienzweifeln (HHU, HSD, IHK, HWK und Agentur für Arbeit)
  • Hochschulkompass: allgemeine Informationen über Studiengänge in Deutschland
  • Webseiten der Hochschule: Studienangebot mit der Möglichkeit, die Modulhandbücher und Prüfungsordnungen zu lesen, um sich im Vorfeld einen inhaltlichen Überblick zu verschaffen
  • Schnupperangebote: viele Hochschulen bieten Angebote, vorab Vorlesungen zu besuchen oder sich mit Studierenden aus verschiedenen Fächern auszutauschen
  • Schnupperstudium: einige Hochschulen ermöglichen, einen Studiengang zu testen, bevor man sich final entscheidet
  • Stellenwerk: Stellenbörse für Studierende in Düsseldorf zum Ausprobieren von Berufsfeldern in der Praxis
  • Alle Berufe von A bis Z - BERUFENET - Bundesagentur für Arbeit: Überblick über Ausbildungsberufe, Studiengänge, Berufsfelder
  • Website Duales Studium: Duale Studiengänge als Möglichkeit, Ausbildung und Studium zu verbinden